Franckeblätter Ausgabe 03/2007
Verabschiedung von Oberstudiendirektor Hans Wolfgang Halstenberg,
Schulleiter des Landesgymnasiums August Hermann Francke
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Nach 15-jähriger Tätigkeit als Schulleiter an der Latina wurde am 17. Juli 2007 im Freylinghausen-Saal Herr Halstenberg feierlich verabschiedet. In ernsten und heiteren Beiträgen würdigten diele Redner die erfolgreiche Tätigkeit des scheidenden Direktors. Es ist nicht möglich, auf alle Beiträge hier einzugehen. Wir begnügen uns mit den selbstverfassten Reimen von Patrick Ernst, Schülersprecher der Latina und Leiter der Juniorengruppe:
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Abschiedsworte für Herrn Halstenberg
Sehr geehrter Herr Halstenberg,
viele Jahre sind ins Land gegangen,
wir wollen uns also etwas in der Geschichte verfangen.
Nun, man erkannte es schon immer,
durch den hellen, morgendlichen Schimmer,
im Osten geht die Sonne auf,
das wussten Sie damals anscheinend auch.
Doch was glänzt muss nicht immer Gold sein,
manchmal trügt der Schein.
Aber eines gilt damals und jetzt,
die Hoffnung stirbt zuletzt.
So geschah es also, dass Sie hierher kamen,
bestimmt ohne zu ahnen,
was einmal aus der Latina werden sollte.
Nun, man sieht es heute.
Eine Europaschule, ein Landesgymnasium,
um diese Titel kommt die Schule heut’ nicht mehr herum.
Eingebettet in die historische Schulstadt von europäischen Rang,
was ist das für ein schöner Klang,
und dazu noch in den kulturellen Bildungskosmos, wo wir uns befinden,
da mussten die Pläne doch gelingen.
Hier muss man auch den Lehrern danken,
ohne sie geriete alles ins Wanken.
Es ist nun also vollbracht,
Sie haben Ihre Sache mehr als gut gemacht!
Doch heute an diesem Tage,
stellt sich natürlich die Frage,
Was wird nach Ihnen geschehen,
jetzt, da Sie gehen?
Was wird aus dem Sofa, den schönen Geschichten,
von denen Sie von Zeit zu Zeit wussten zu berichten?
Es ging um Käfer und andere Sachen,
stets gab es etwas zu lachen.
So war die Zeit mit Ihnen immer humorvoll und angenehm,
doch das wird nun zu Ende geh’n.
Wie gesagt, es fehlte auch nicht an Witzen,
wir wissen alle, wie es Ihnen geht, wenn Sie am Mittelmeer sitzen.
Doch zurück zum Sofa, einer Legende,
oftmals saß auch ich dort, innerhalb Ihrer vier Wände.
Stets waren Sie, dort sitzend, darauf bedacht,
und haben das auch gut gemacht,
Probleme anzupacken und zu lösen.
Dabei gab es keine bösen,
sondern fast nur gute Enden.
Aber zum Schluss wollen wir uns wieder dem heutigen Tage zuwenden.
Es ist ein Dienstag, Ihr letzter Dienst-Tag,
doch was ich hier noch sagen mag,
ist, Danke, für die schöne Zeit,
machen Sie sich nun bereit,
neue Wege zu beschreiten
und lassen Sie sich nicht verleiten,
die schöne Schule zu vergessen,
das wäre dann doch zu vermessen.
So wünscht Ihnen die Schülerschaft,
dass Sie zu allem haben die Kraft,
was Sie jetzt noch machen wollen.
Bestimmt landen Sie wieder an tollen,
und wunderbaren Orten,
drum verabschiede ich mich mit den Worten:
Im Osten geht die Sonne immer noch auf,
bauen Sie auch ruhig darauf auf.
Bleiben Sie den Stiftungen und der Latina treu,
und worüber ich mich jetzt noch freu,
ist die Tatsache Ihnen zum Schluss zu sagen,
machen Sie es gut in Ihren zukünftigen Tagen! |
 Patrick Ernst
 Kultusminister Prof. Dr. J.-H. Olbertz
 Dr. Müller-Bahlke
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 Herr Halstenberg, Dr. Osterwald
 Herr Treizel, Herr Halstenberg
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 Frau Dr. Willard, Herr Halstenberg
 Frau Kuschk; stellvertr. Direktorin
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Besonders viel Beifall erhielt eine Videopräsentation, in der Erinnerungen an 15 Jahre Leitung der Latina A. H. Francke festgehalten worden waren.
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Es war ein bewegender Abschied, der nur ahnen ließ, welche Schwierigkeiten das Landesgymnasium zu überwinden hatte, bis es da angelangt war, wo es heute ist, und welchen Anteil daran die Leitung der Schule hatte.
Freundeskreis und Arbeitsgruppe ehemalige Lehrer bedanken sich für die gute Zusammenarbeit. Das betrifft insbesondere die Tätigkeit der Junioren und der Anwärter, die vom scheidenden Direktor immer gefördert wurde. Und wie viele "Extra-Wochenendschichten" fielen bei der großen Zahl von Klassentreffen für den führenden und erklärenden Hausherrn an!
Abschied von den Stiftungen? Der wird sich noch wundern: Von den Franckeschen Stiftungen verabschiedet man sich nicht so einfach. Wird er bald merken. Ich kenne das.-
Der denkwürdige Tag klang aus mit dem Schuljahresabschlusskonzert des Musikzweiges der Latina. In dieses Konzert verpackt hatte die "Arbeitsgruppe ehemalige Lehrer und Schüler der Franckeschen Stiftungen" ein besonderes Geschenk für den scheidenden Direktor. Schon zu der Francke-Feier 2006 war im Rahmen des Konzertes am Freitag ein Klavierkonzert mit Anna Markova, St. Petersburg geplant, dass aber um ein Jahr verschoben werden musste, da wegen der vielen Abgänger (Abitur) aus dem Orchester Bedenken hinsichtlich eines qualitätsgerechten Zustandekommens entstanden waren. Nun machten wir dieses an diesem Tag nachzuholende Konzert Herrn Halstenberg zum Geschenk. Zur Auswahl hatte der Musikzweig Beethovens Chorfantasie oder dessen 3. Klavierkonzert angeboten und die Spezialschule für Musik des Rimski-Korsakow-Konservatorium in St.- Petersburg hatte sich für letzteres entschieden.
In einer einzigen Probe hatten Solistin und Orchester sich aufeinander eingestimmt und die Generalprobe war zur besten Zufriedenheit verlaufen.
Der Freylinghausen-Saal war bis auf den letzten Platz besetzt, als der Konzertabend mit folgendem Programm vonstatten ging: |
Pavane
Arrangement: Edward Huws Jones
Josef Bönisch
Dreaming
Rock in time
Frantisek Pechaczek
„Der Kupferschmied“
Johann Sebastian Bach
Marsch für Streichorchester
Nachwuchsstreichorchester des Musikzweiges der Latina
Leitung: Regina Weihrauch |
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l.: Herrn Venturs Ansprache - r.: Abiturienten des Musikzweiges
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Wie in jedem Jahr fand während des Schul-jahresabschlusskonzertes die Ausgabe der Zeugnisse für die Abiturienten des Musikzweiges statt.
Nach einer kurzen Ansprache des Leiters des Musikzweiges, Henry Ventur, nahm dieser die Verleihung der Zeugnisse vor. |
 Verabschiedung des Direktors durch Herrn Ventur |
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Dann ging es weiter mit:
Felix Mendelssohn Bartholdy
Sinfonie Nr. 3, a-Moll op.56
„Schottische Sinfonie“
3. Adagio cantabile
Jugendsinfonieorchester des Musikzweiges der Latina,
Leitung: Henry Ventur |
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Sowohl das Nachwuchsstreichorchester als auch das Jugendsinfonieorchester wurden für ihre Darbietungen mit verdientem, großem Beifall belohnt
Nach der Pause wurde dann das Geschenk der Arbeitsgruppe zum Klingen gebracht:
Ludwig van Beethoven
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3, c - Moll
1. Allegro con brio
2. Largo
3. Rondo
Jugendsinfonieorchester des Musikzweiges der Latina,
Anna Markowa, Klavier, St. Petersburg
Leitung: Henry Ventur
Anna Markova |
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Jahrgang 1990, ist Schülerin der Spezialklasse für Musik des Rimski-Korsakov-Konservatoriums in St. Petersburg. Ihre musikalische Laufbahn begann sie mit fünf Jahren. Unterrichtet wird sie von der Klavierpädagogin Asja Rubina. Bereits mit 11 Jahren trat Anna in einem Konzert in Finnland auf.
In der BRD wurde sie durch ihre Teilnahme am 8. Jugendfestival Sachsen-Anhalt 2003 bekannt. Im Alter von 12 Jahren spielte sie den Klavierpart im Konzert für Klavier und Orchester e-Moll von F. Chopin in Dessau, Magdeburg und Halle. Auf Einladung der Franckeschen Stiftungen und des Freundeskreises wurde die Aufführung dieses Klavierkonzertes mit dem Jugendsinfonieorchester der Latina unter der Leitung von Henry Ventur zur Francke-Feier 2004 wiederholt. In den Jahren 2004, 2005 und 2006 trat Anna im Freylinghausen-Saal mit Solokonzerten auf.
Sie nahm an Meisterkursen in Deutschland teil, wirkte in Konzerten in Köln, Berlin, München und Frankfurt a M. mit.
Hinzu kommen Konzerte in Zürich. In diesem Sommer folgt die Teilnahme an einem Meisterkurs in der Schweiz. Nach dem Abschluss in der Spezialschule im kommenden Jahr wird Anna das Konservatorium in St. Petersburg besuchen. |
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Die junge Pianistin hatte sich in den vergangenen Jahren in ihren Soloabenden ein dankbares Publikum erobert und darunter war mancher, der sich noch an ihre meisterhafte Interpretation des e-Moll-Klavierkonzertes von F. Chopin erinnerte. Und auch dieses Mal übertraf Anna alle Erwartungen. Ein großes Lob auch für das Jugendsinfonieorchester, dem es sichtlich Freude bereitete, mit der Pianistin in eine Art Wettstreit zu treten!
Der Beifall wollte nicht enden, auch dann nicht, nachdem sich der Dirigent zur Wiederholung eines Teiles des letzten Satzes entschlossen hatte. Nicht nur Anna Markova erntete viele persönliche Dankesworte – sie hatte unter den Lehrern und Schülern des Musikzweiges und auch den "Stammkunden" unserer Musikveranstaltungen viele Freunde gewonnen.
Nun hatte meine um die emotionale Entwicklung ihres einzigen Sprösslings besorgte Mutter eines Tages den kühnen Entschluss gefasst, mir Klavierunterricht zuteil kommen zu lassen. Rückblickend kann ich ihren Mut nur bewundern. Und sie setzte auch die Idee in die Realität um. Letztere erwies sich aber als ernüchternd, die Muse mochte mich nicht, sie wollte mich partout nicht küssen. Resigniert gab meine Mutter ihre Musikerziehung auf. So blieb ich (auch) auf diesem Gebiet Laie und als solcher fand ich das Beethovensche Dritte schon ganz schön schwer. Und als wir mit Anna zum Abendbrot saßen, da war ich so leichtfertig, diese meine Meinung kund zu tun. Anna, inzwischen des Deutschen schon ganz schön kundig, meinte wohl, sich verhört zu haben und ließ sich meinen (mir doch ganz verständlich erscheinenden) Satz von ihrer halleschen Freundin Olga dolmetschen. Dann musterte sie mich und ich meinte etwas Mitleid zu spüren, als sie widersprach: "Aber nein, das war doch leicht!" Weiterer mich doch nur bloßstellender musikalischer Kommentare enthielt ich mich... Am Tag darauf flog sie (allein) nach St. Petersburg zurück. "Ich packe die meisten Sachen gar nicht erst aus", verkündete sie, "ich fliege ja am Sonnabend für vier Wochen in die Schweiz nach Zürich, dorthin bin ich zu einem Meisterkurs eingeladen!" Na ja, und noch einen ganz herzlichen Dank an unsere Lokführer, dass sie am Tag von Annas Reise nach Berlin-Tegel gerade mal nicht zu streiken geruhten und sie so ungehindert ihren Flieger besteigen konnte...... |
 o.: Anna Markova mit Herrn Ventur nach dem Konzert
r.: Anna (2. v. r. ) mit ihrer Gastfamilie Ostrovski

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Schnappschüsse von der Generalprobe
Fotos: Ilse Walther
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