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Was machen Zweitklässler der Grundschule August Hermann Francke mittwochs um 14.30 Uhr in der Latina? Falsche Schule? Falsche Zeit? Nein!
Schon seit letztem Schuljahr treffen sie sich dort mit uns, das sind Clara, Melissa, Karl, Florian, Anna und Doreen, den Anwärtern des Freundeskreises zur "Nachhilfe". Organisiert wird das Ganze von Frau Brettschneider und Frau Hollmann. Wir üben vor allem fließendes Lesen, da das Lesen die Grundlage für alles weitere Lernen ist. Auch Laienspiele und Konzentrationsübungen stehen auf dem Programm.
Obwohl Schulaufgaben eine eher unangenehme Angelegenheit sind, haben wir zusammen viel Spaß. Die Leistungen der Grundschüler haben sich bereits verbessert. Wir hoffen, dass unsere Hilfe auch in Zukunft erfolgreich bleibt und werden uns auch weiterhin treffen.
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 Üben mit Doreen
 Frau Brettschneider, Doreen und die "Kleinen"

 Geschichten Spielen
 Frau Brettschneider erklärt
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Es geht um die Förderung von Schülern unserer Patenklasse, aber auch um Kinder anderer Klassen der Grundschule A. H. Francke die, egal auf welchem Gebiet, eine Förderung benötigen. Zuvor dachten Dr. Osterwald und ich über Möglichkeiten der Förderung nach. Ich erlebte als Lehrerin der Grundschule oft Kinder mit wenig Sprachkenntnissen und förderte während meiner Lehrertätigkeit Kinder mit Integrationsproblemen, aber auch Kinder, denen das Erlernen des Lesens oder das "Sich–Mitteilen“ schwer fiel. Dabei war es sehr wichtig, dass die Kleinen die Freude am Lernen und der Schule behalten. Schwierigkeiten schon zu Beginn der Schule bedeuten in den meisten Fällen eine ständige Unlust und Ausgrenzung und damit ein Leben voller Probleme für das Kind und später womöglich für die Gesellschaft.
Von Dr. Osterwald kam die Idee, dass wir die zukünftigen Junioren vielleicht für die Förderung der Schüler der Grundschule A. H. Francke begeistern können.
Frau Hollmann fand mit Hilfe der Klassenlehrerin Frau Greye bei den zukünftigen Junioren (damals Klasse 6/4, jetzt 7/4) fähige Schüler, die bereit waren, unter meiner Anleitung mit einigen Schülern der Klasse 1b (jetzt 2b) zu arbeiten.
Frau Randig, Lehrerin unserer Patenklasse und Freundeskreismitglied, sowie der Direktor der Grundschule Francke, Herr Zorn, zeigten Interesse und unterstützten das Vorhaben, denn die Verbindung zum Freundeskreis und zu den Franckeschen Stiftungen gehören zum Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule. Der Direktor der Latina Herr Dr. Halstenberg genehmigte uns einen Übungsraum in der Latina. Frau Hohlfeld (Hortleiterin des Franckehortes) erklärte sich mit ihren Erziehern bereit, dafür zu sorgen, dass die entsprechenden Hortkinder zur festgelegten Zeit abgeholt werden können.
So begannen wir am 27.05.2006 mit den zukünftigen Junioren der Latina und ein paar ausgesuchten kleinen Schülern der Patenklasse eine fördernde Patenschaft. Zunächst besuchten wir, Frau Hollmann, Frau Randig, Anna, Clara, Doreen, Florian, Karl, Melissa und ich den Franckehort. Hier sahen die "Großen“ wo sich die "Kleinen“ nach der Schule aufhalten. Danach ging es in die Latina und der "Ernst“ begann. Nun war es meine Aufgabe, die „Großen“, und die "Kleinen“ von der Idee des gemeinsamen Lernens zu überzeugen. Es sollte nicht nur ein "Strohfeuer“ werden, sondern für "Groß“ und "Klein“ sollte etwas Nutzbares herauskommen. Alle sollten auch Freude daran haben.
Nun war das Staunen bei den Helfern groß, als sie erkannten, wie schwierig es war, die Kleinen zu motivieren und mit welchen Mitteln das geschehen sollte (Bilder, Spiele, Geschichten, Gesang, sportlichen Übungen, Handpuppen usw.). Aus meiner schweren Tasche kamen für alle viele interessante Dinge. Doch schon bald versuchten es die zukünftigen Junioren und es gelang ihnen immer besser mit den kleinen Grundschülern zu arbeiten. Zum Schuljahresende verab-schiedeten wir uns in der Eisdiele.
Ich habe das Gefühl, es hat den Kleinen geholfen und ein paar zukünftige Junioren werden auch weiterhin ein Herz für die kleinen Grundschüler haben und ihre knappe Freizeit opfern und wieder mit den Kleinen üben.
Als wir nach den Herbstferien begannen, kamen Melissa, Doreen und Clara abwechselnd oder gemeinsam, um mit den Grundschülern weiterhin zu üben. Dabei wurden sie im Umgang mit den Kleinen immer geschickter und selbstständiger. und ich frage mich, ob hierbei schon Berufswünsche entstehen! |
Lernpatenschaften
Diana Randig
Als ich im August 2005 eine neue erste Klasse übernahm, da war ich mal wieder höchst gespannt auf meine „Kleinen“. Es ist uns allen bekannt, dass zum Zeitpunkt der Einschulung die meisten Kinder recht große Entwicklungsunterschiede aufweisen. Während der Eine schon fließend lesen oder schreiben kann, so ist der Andere ein kleiner Mathespezialist. Einige Kinder können gefühlvoll erzählen und mit ihren Mitmenschen umgehen, während sich andere wiederum sehr schwer tun, fair und rücksichtsvoll aufzutreten. Nun liegt es an uns Lehrern, aus dieser neuen Gruppe eine Gemeinschaft zu formen, in der sich alle wohl fühlen und gemeinsam sowie erfolgreich lernen. Unterstützung und Interesse erfahren wir von vielen Elternhäusern. Jedoch ist es nicht einfach, stets auf die individuellen Voraussetzungen der Kinder einzugehen und ein jedes optimal zu fördern. Nun gut, auch in meiner Klasse war es dann wieder so: eine tolle Truppe wuchs heran mit ihren Stärken und Schwächen. Besonders im sprachlichen Bereich fiel aber auf, dass das Lesenlernen u.a. durch sprachliche Probleme erschwert wurde. So kam die Idee von Dr. Osterwald genau zur richtigen Zeit: Lernpatenschaften mit unseren Junioren. Durch Frau Brettschneider nahm das Vorhaben genauere Konturen an und so konnte es losgehen. Natürlich waren erst einige koordinative Angelegenheiten zu klären, doch so langsam bildet sich nun eine Gruppe interessierter Lernpaten und Schüler heraus, die sich jetzt wöchentlich treffen. Die ersten Erfolge kann man verzeichnen: Die mittlerweile „Zweitklässler“ machen unter anderem gute Fortschritte im sinnerfassenden Lesen und freuen sich über ihre Erfolge. Ihrem Selbstvertrauen tut dies sehr gut. Vielen Dank also an Frau Brettschneider, die die Gruppe anleitet und natürlich an unsere Junioren!
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 Frau Hollmann bei wichtigster Tätigkeit: Sie hört zu!
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Nachwort: Vor einem Jahr, als PISA die wiedervereinigte Republik empfindlich schockte, meinte ich, dass Jammern, Schuldzuweisungen und finanziell unter-ernährte Staatshaushalte den Betroffenen nicht weiterhelfen, und regte an, eine Patenschaft zwischen Schülern der unteren Klassen der Latina und der Grundschule ins Leben zu rufen, um solchen Schülern, deren mangelnde Voraussetzungen dauerhafte Barrieren in ihrem Bildungsweg bleiben würden, abzubauen. Die erste Umsetzung dieser Überlegung wird im vorstehenden Beitrag geschildert. Und nachdem nun die HAVAG in jeder den Franckeplatz passierenden Straßenbahn eine silbenverschluckende Stimme etwas von den "Franckeschen Stiftungen, historische Schulstadt von europäischem Rang und kulturellem Bildungskosmos" tönen lässt (982 mal am Tag, habe ich berechnet), denke ich manchmal, der eingeschlagene Weg könnte richtig sein. Und mutig wollen wir das Begonnene ausbauen und vor allem auf die älteren Kindergartenjahrgänge ausweiten, denn eigentlich sollte man ja schon dort anfangen. Die Beharrlichkeit meiner Kollegin Brettschneider ist die beste Erfolgsgarantie! (R. Osterwald)
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