Franckeblätter Ausgabe 02/2003

Francke-Tage 2003


Dr. Rolf Osterwald

Es war ein ganz ungewohntes Bild zu Beginn der Francke-Tage am Freitag, dem 21. März:
Wolkenloser blauer Himmel, kein Sturm, kein Regen, kein Schnee, da konnten die für März recht kühlen Temperaturen nicht stören.


Frau Hollmann

Herr Seifert

Frau Splett

Eröffnet wurden die Feierlichkeiten mit einer Sonderführung durch die Ausstellung "Ullrich Bewersdorff. Bildnisse." Über diese sehenswerte Ausstellung berichten wir in dieser Ausgabe an anderer Stelle gesondert. Die dann folgende Veranstaltung war in ihrer Art neu. Im neuen schönen Englischen Saal des gleichnamigen Hauses diskutierten Altschüler (Herr Prof. W. Hammer, Latina; die Herren G. Dopleb und M. Seibert, Oberrealschule; Frau M. Splett, EOS AHF) mit Schülern des jetzigen Landesgymnasiums Latina (Anja Deparade, Anja Kellner, Steffen Allner, Michael Blume).


Michael Blume, Steffen Allner

Herr Dopleb, Prof. Dr. Hammer

Die Palette der Fragen reichte vom Lehr- und Stundenplan über Feiern und Veranstaltungen bis zu den Besonderheiten, die durch die jeweilige staatliche Obrigkeit vorgegeben waren. Auch das Internatsleben spielte in der Diskussion eine Rolle. Bald wurden auch aus den zahlreichen Zuhörern Diskussionsteilnehmer. So fiel es der Moderatorin, Frau Hollmann, gar nicht leicht, auf ein Ende der Veranstaltung zu orientieren, denn schon drangen durch die Wände zum Nachbarhaus die Töne der Blechinstrumente, die das Benefizkonzert ankündigten.


Anja Kellner, Anja Deparade

Blick in den Englischen Saal

Natürlich hatten wir für dieses Konzert tüchtig die Werbetrommel gerührt, ging es doch auch darum, die Finanzlage des Musikzweiges aufzubessern, denn dieser ist zu den Feierlichkeiten anläßlich des 300jährigen Bestehens nach St. Petersburg eingeladen. Aber dann wurden unsere Erwartungen doch weit übertroffen. Schon eine Viertelstunde vor Beginn gab es im Saal keinen Platz mehr. Da sich an der Kasse aber immer noch lange Schlangen befanden, öffneten wir auch die Empore, und als diese voll besetzt war, begann mit leichter Verspätung das Konzert.
Eröffnet wurde die Veranstaltung durch den Präsidenten des Freundeskreises, Herrn Koch, und dann folgte ein musikalischer Höhepunkt auf den anderen:

Programm

Henry Purcell
(1659-1695)
aus "Dido und Aeneas"
Triumphmarsch
Alfred Wagner
(1918-1995)
Thema und Variationen über das Lied "Ich bin ein Musikante"
Nachwuchsstreichorchester, Leitung: Regina Weirauch
Georg-Philipp Telemann
(1681-1767)
Sonate d-Moll
Affettuoso – Presto – Grave – Allegro
Alexandra Kloß, Blockflöte
Merlind Arnicke, Cembalo
Edvard Grieg
(1843-1907)
aus der Sonate F-Dur
3. Allegro molto vivace
Katrin Mielke, Violine
Steve Karkoschka, Klavier
Francis Poulenc
(1899-1963)
aus der Sonate für Oboe und Klavier
1. Elegie 2. Scherzo
Marie Lesch, Oboe
Maria Clara Thiele, Klavier
Franz Schubertaus
(1797-1828)
aus dem Quintett A-Dur op. 114 (Forellenquintett)
4. Thema und Variationen
Katrin Mielke, Violine
Axel Fischer, Viola
Philipp Weihrauch, Violoncello
Fritjof Eydam, Kontrabaß
Dirk Fischbeck, Klavier
Axel Gebhardt
(1962)
"An einem Steingrab"
Alena Butt, Klavier
Viktoria Hintzsche, Klavier
Benjamin Britten
(1913-1976)
aus "Simple Symhony"
3. Sentimental Saraband
Jugendsinfonieorchester der Latina, Leitung: Henry Ventur
Axel Gebhardt
(1962)
"Kleine Episoden an einem Sommertag" - Uraufführung
Jugendsinfonieorchester der Latina, Leitung: Henry Ventur


Kathrin Mielke

Kathrin Mielke, Steve Karkoschka

Marie Lesch

Henry Ventur, Axel Gebhardt

Merline Arnicke, Alexandra Kloß

Forellenquintett

Mit Spannung wurden dann die Einnahmen aus den Eintrittskarten und den Spenden, die ein Geigenkasten aufgenommen hatte, gezählt:1400 €!
Am Vormittag des Sonnabend standen zwei Baumpflanzungen auf dem Programm, und wieder kam ein erstaunlich großer Kreis an Interessenten zusammen. Kurz vor Beginn der Veranstaltung traf, begleitet von Prof. Raabe, Prof. Dr. K. Biedekopf ein.
Der erste Baum, ein Bergahorn, war dem 2001 verstorbenen Prof. Jürgen Goydke gewidmet. Die Gedenkansprache hielt Herr Dr. Hachmann, Verwaltungsdirektor der Franckeschen Stiftungen:Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Franckeschen Stiftungen.
Herr Prof. Dr. Jürgen Goydke ist vor eineinhalb Jahren im Alter von 67 Jahren in Karlsruhe gestorben. Mehrere Gedenkreden bei der Trauerfeier würdigten ihn als eine bedeutende Persönlichkeit. Der Jurist Jürgen Goydke war Bundesrichter, Präsident des Oberlandesgerichts in Naumburg und ehrenamtlicher Präsident des Landesverfassungsgerichtes Sachsen-Anhalt. Seit dem Wiedererstehen der Franckeschen Stiftungen war er Mitglied in deren Kuratorium. Nach bis dahin vergeblichen Bemühungen zur Rückgewinnung des nach dem Weltkrieg verloren gegangenen Stiftsgutes in Stichelsdorf beauftragte Direktor Prof. Paul Raabe 1997 uns beide, weitere Versuche zu unternehmen. Insbesondere dank Goydkes hohen Ansehens, seines diplomatischen Geschicks und intensiven Einsatzes gelang die Rückgewinnung des Stiftsgutes in Stichelsdorf - auf dessen Restituierung hatten die Franckeschen Stiftungen keinen rechtlichen Anspruch - zu äußerst günstigen Bedingungen. Gerade bei den Verhandlungen mit der zuständigen Treuhandanstalt gebührt ihm ein wesentlicher Anteil am erzielten Erfolg.
Die Hofstelle in Stichelsdorf war bei der Rückgabe in einem lamentablen Zustand infolge der Vernachlässigung durch die Vorbesitzer nach der politischen Wende. Dank der Vereinbarung, die mit der Jugendwerkstatt Bauhof in den Franckeschen Stiftungen geschlossen werden konnte und deren jahrelangem großen Einsatz mit vielen Helfern, macht der Hof heute wieder einen ansehnlichen Eindruck. Die Einrichtung vielfältiger neuer Nutzungen dort haben das Stiftsgut zu neuem Leben erweckt und eine erfreuliche Entwicklung bewirkt.
Die Witwe des Geehrten, Frau Margret Goydke, hätte gern an der heutigen Gedenkfeier hier teilgenommen; sie konnte ihr Kommen leider nicht einrichten. Sie weiß, wie sehr ihr Mann sich bis zu seinem Tode über das wieder aufblühende Stiftsgut gefreut hat. Für einen im Sommer vorgesehenen Besuch möchte sie gern, dass ich sie durch das Stiftsgut mit seinen fast 100 Hektar Ackerflächen und dem wieder gepflegten Park führe, weil sie damit eine liebe Erinnerung an ihren verstorbenen Mann verbunden sieht.
Möge der heute "eingeweihte" Ahornbaum, den seine Kollegin im Stiftungskuratorium Frau Dr. Sabine Solf freundlicherweise gestiftet hat, immerfort die Verdienste von Prof. Jürgen Goydke um die Franckeschen Stiftungen lebendig erhalten.
Ich danke Ihnen.

Das symbolische Angießen übernahm das Mitglied des Vorstandes des Freundeskreises, Frau Dr. S. Solf. Der zweite Baum, ein Gingko, soll an den letzten Direktor der Franckeschen Stiftungen, Hans Osterwald, erinnern. In seiner Ansprache führte Herr Hans Seidel aus:


Professor Dr. Jürgen Goydke

Hans Seidel

Liebe Familie Osterwald, liebe Mitglieder des Freundeskreises der Stiftungen, verehrte Anwesende,
Anfang November vergangenen Jahres schrieb mir Dr. Osterwald:
Sie würden mir einen großen Wunsch erfüllen, wenn Sie bei den Francke-Tagen im März nächsten Jahres mit ein paar Worten des Gedenkens diese Übergabe vornehmen würden, die Übergabe dieses Gingko." So stehe ich als Laudator meines alten Direx vor Ihnen. Um es gleich auf den Punkt zu bringen: Ich habe meinen Direktor verehrt! Abiturjahrgang 1949 gehörte ich zu denen, deren Prüfungsvorsitzender er war. Schon 1950 konnte er keine Reifeprüfungen in den Stiftungen mehr abnehmen, denn er war als Studienrat nach Wernigerode versetzt worden. Das hatte natürlich Gründe: Hans Osterwald war 1920 der SPD beigetreten und gehörte nach 1945 - ich zitiere aus einem Brief, den ich am 23.05.2001 Herrn Prof. Dr. Obst schrieb – "zu dem Kreis von Schulleuten um den Stadtschulrat Edwin Bemhardt (Freund von Adolf Reichwein und Schwiegervater meiner Zwillingsschwester), Ministerialrat Bernhard Möbus, dem Oberregierungsrat Max Heinemann (später Professor für Pädagogik an der Uni Halle) und den städtischen Schulräten, wie Herrn Keilholz u.a., die nach 1945 das Schulwesen der Stadt Halle neu zu organisieren hatten. Auch mein Vater, der 1948 fliehen mußte, weil er als Spitzel des NKDW gegen vorgenannte Schulmänner gewonnen werden sollte, gehörte zu diesem Kreis.
Es waren fastausnahmslos Männer, die in jungen Jahren als junge Lehrer vom Geist der Bergpredigt her zur Sozialdemokratie gestoßen waren. Viele von ihnen, wie auch mein Vater, wurden 1933 nach § 4 zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums aus dem Staatsdienst entlassen. Ernst von Harnack (für die Jüngeren unter uns: Er war bis 1932 Regierungspräsident in Merseburg und starb wie Adolf Reichwein unter dem Fallbeil durch Hitlers Henker) war ihr Mentor. Mit seinem Sohn Gustav-Adolf von Harnack haben mein Bruder und ich noch in den Jahren 1996 und 1997 korrespondiert."
Ich erwähnte eben die Bergpredigt. Wenn ich es richtig sehe, so war der soziale Gehalt dieser Predigt Richtschnur für die eben erwähnten Männer für ihr pädagogisches und politisches Handeln, auch Richtschnur für Hans Osterwald.
Er sah sich als Repräsentant der Franckeschen Stiftungen, bezeichnete sich - wie sein Sohn schreibt, "...zwar scherzhaft, doch nicht ohne Stolz, als Nachfahre Franckes und war bemüht, gute Traditionen zu wahren."
Für meine Klassenschwestern und Klassenbrüder und mich war unser Direktor Autorität, nicht auf Grund äußerer Befugnisse, sondern seiner inneren Überlegenheit wegen, seines Sachverstan­des in seinen Fächern Biologie und Erdkunde und seiner menschlichen Haltung, für die ich ihn immer in dankbarer Erinnerung behalten werde.
In den Francke-Blättern schrieb ich darüber:
"Bevor ich zu Dr. Schlüter und seinem Wirken für uns alle aus der 12 d zurückkehre, noch zwei Erinnerungen an Direktor Osterwald, die ihn als unbürokratischen Schulleiter und Direktor der Franckeschen Stiftungen zeigen, der mit Mut und Verantwortung sein Amt in schwierigster Zeit souverän führte.
Von einer "Westfahrt" zu meinem Vater zurück, hatte ich Grüße von diesem an seinen Freund Hans Osterwald auszurichten. Direktor Osterwald schloß die dick gepolsterten Türen hinter uns und ließ mich berichten. Am Ende unseres Gespräches stand sinngemäß sein Bekenntnis, daß auch er den politischen Druck nicht mehr aushalte und, wenn möglich, gern eine Realschullehrerstelle im Westen antreten würde. Am 01.03.1950 wurde er als Direktor der Stiftungen entlassen und ging als Studienrat nach Wernigerode.
Die zweite Begebenheit war die Aushändigung des Reifezeugnisses an mich. Frau Heuer, die Schulsekretärin, hatte Anweisung, kein Zeugnis herauszugeben, wenn nicht das Schulgeld be­zahlt war. Ich stand in der Kreide. Bei geöffneter Tür bekam Direktor Osterwald den Vorfall mit und sagte Frau Heuer wortwörtlich: Geben Sie dem Seidel das Zeugnis. Ich kenne den Vater. Das Geld bekommen wir!
Geboren 1889 war er auf dem Höhepunkt seiner pädagogischen Laufbahn, nämlich der Ernen­nung zum Oberstudiendirektor und Direktor der Franckeschen Stiftungen schon 57 Jahre alt. Ein Alter, mit dem man heute in den Vorruhestand geht. Weder sein preußisches Pflichtgefühl - Hans Osterwald war Zögling eines preußischen Lehrerseminars - noch sein Wille, beim Aufbau eines demokratischen Schulwesens in Deutschland nach besten Kräften mitzuwirken, ließen ihn an Ruhestand denken. Was ihm dann von 45 bis 50 abverlangt wurde, beschreibt sein Sohn wie folgt:
"Wahrscheinlich kann nur der die Leistung derjenigen Frauen und Männer ganz würdigen, die in dieser schweren Epoche materielle und geistige Wiederaufbauarbeit leisteten, der als Zeitzeuge beteiligt war."
Lieber Dr. Osterwald, aus eigener Erfahrung - mein Vater war von 1945 bis 1948 Rektor der Huttenschule und hatte wie Ihr Vater einen 16-Stunden-Arbeitstag - kann ich diesen Satz über die Biographie Ihres Vaters in den Francke-Blättern voll und ganz unterstreichen. Lassen Sie mich nun noch einige wenige biographische Daten des durch diese Baumpfianzung zu Ehrenden nennen:
1895-1903 Volksschule Samswegen bei Wolmirstedt
1903-1906 Präparandenanstalt, d.h. Vorbereitung auf das Lehrerseminar
1906-1909 Lehrerseminar in Halberstadt, deren gute preußische Tugenden schon der Großvater schätzte und sie auf den Sohn und der wieder auf den Enkel übertrug. Der Enkel schreibt: "Sie lebten, um zu arbeiten, nicht umgekehrt." Mit Ablegung der 1. Lehrerprüfung erfolgte 1909 erstmalig eine Anstellung als Hilfslehrer in den Franckeschen Stiftungen, 1913 dann, so die Urkunde, als "ordentlicher Lehrer an die deutschen Schulen der Franckeschen Stiftungen".
Als studierender Volksschullehrer - das war in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts durch Ministererlaß möglich - studierte Hans Osterwald Biologie, Erdkunde, Philosophie und Pädagogik, so daß 1931 seine Wahl zum Oberschullehrer vom Provinzialschulkollegium bestätigt wurde. Es folgte die Berufung an die Lateinische Hauptschule der Franckeschen Stiftungen. Wegen Sparmaßnahmen erhielt er 1932 seine Kündigung und übernahm von 1932 bis 1945 Mittelschullehrerstellen an der Huttenschule und Torschule, dessen Direktor er 1945 wurde. Bevor er dann 1946 das Amt des Direktors der Stiftungen übernahm, unterrichtete er, zum Studienrat ernannt, an der Christian-Thomasius-Schule und der Friedrich-Engels-Schule. An letzterer war er zugleich Fachleiter für Biologie in den Studienseminaren I und II.
Ich kann nicht schließen, ohne ihn selbst noch einmal zu Wort kommen zu lassen.
In "Tradition ist eine Brücke, nicht weniger, aber auch nicht mehr. Tradition soll verbinden, aber sie darf nicht binden. Tradition hat nur dann einen Wert, wenn sie dazu führt, eine neue Tradition zu schaffen. Anknüpfen an die Tradition heißt für mich nicht, im GEIST August Hermann Franckes zu arbeiten, denn unter dem Geist eines großen Mannes versteht man leider nur das, was man nachträglich aus seinen Schriften herausdestilliert hat. Dafür gilt aber das Goethe-Wort: ,Denn was man so den Geist der Zeiten heißt, das ist im Grund der Herren eigner Geist, in dem die Zeiten sich bespiegeln.' Ich gedenke im Sinn der PERSÖNLICHKEIT Franckes zu arbeiten. August Hermann Francke sah die Not seiner Zeit, und er packte dort an, wo es ihm am nötigsten erschien: Bei der Erziehung der Jugend."
Wie sich der Sohn, Dr. Rolf Osterwald, das Zitat seines Vaters zu Herzen genommen hat und der Vater für ihn Vorbild gewesen ist, spüren wir noch heute. Über 10 Jahre Hausgeber der Francke-Blätter, seit vielen Jahren Geschäftsführer des Freundeskreises, begann er seine Karriere 1933 als Schüler der Oberrealschule und wirkte nach Kriegsdienst und Studium über 40 Jahre in den Stiftungen als Lehrer. Auch seine 3 Kinder waren Schülerinnen und Schüler der Stiftischen Oberschule EOS, sein Enkel Thomas machte im vergangenen Jahr an der Latina Abitur und sei­ne jüngste Enkelin Konstanze ist zur Zeit Schülerin der 10. Klasse des Landesgymnasiums und Mitglied der Juniorengruppe des Freundeskreises. Diese Bindung, über 4 Generationen hinweg, ist schon erwähnenswert und so freue ich mich von ganzem Herzen, daß im Herbst 2002 dem Urahn zur Erinnerung an die Verdienste, die er erworben hat, dieser Gingko gepflanzt wurde. Eine bessere Wahl konnte für den Biologen, den Pädagogen, den überzeugten Pazifisten und Humanisten nicht getroffen werden.
Nun bitte ich Dich, liebe Konstanze, diesen Zierbaum zu begießen.


Urenkelin Konstanze gießt den
Gedenkbaum für OStDir H. Osterwald

Professor Kurt Biedenkopf bei seiner
Festansprache im Freylinghausen-Saal

Vom Sportplatz der Latina begab man sich nun zum Freylinghausen-Saal zur feierlichen Eröffnung des Themenjahres "Alternativen.Auf dem Wege zu einer Alterskultur."
Die Veranstaltung verlief nach folgendem Programm:

Samuel Scheidt
(1563-1626)
Variationen über eine Galliarda
von John Dowland (1587-1654) für Orgel
Begrüßung Prof. Dr. Helmut Obst, Direktor der Franckeschen Stiftungen
Grußworte Christel Riemann-Hanewinckel, Parlamentarische Staatssekretärin
Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz, Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalt
Ingrid Häußler, Oberbürgermeisterin der Stadt Halle
Helge Klassohn, Kirchenpräsident, Evangelische Landeskirche Sachsen-Anhalt
Johann Friedrich Reichardt
(1752-1814)
Trio B-Dur für Violine, Viola, Violoncello
Allegretto – Allegro
Festvortrag Prof. Dr. Kurt Biedenkopf, Ministerpräsident von Sachsen a. D.
Wilhelm Friedemann Bach
(1710-1784)
Triosonate D-Dur
Andante - Allegro

Die musikalische Umrahmung lag in den Händen des Johann Friedrich Fash-Ensembls Halle unter der Leitung von Matthias Erben.
Das Mittagessen nahmen manche Besucher in der wieder eröffneten Mensa ein. Sie konnten sich nicht nur von der gelungenen Restaurierung, sondern auch von dem schmackhaften und preiswerten Speisenangebot überzeugen.
Am Nachmittag folgten dann zwei Höhepunkte eng aufeinander. Am Anfang stand die traditionelle Gedenkfeier, die wegen der Bauarbeiten im Lindenhof in diesem Jahr noch einmal am Francke-Monument stattfand. Die Blechbläser des Philharmonischen Staatsorchesters Halle und der Stadtsingechor sorgten für die musikalische Umrahmung, letzterer mit der Motette für 6st. Chor: Domine, ad adinvondum festina von Gottfried August Homilius (1714-1785), der 5st. Motette von Melchior Franck (ca 1580-1639): Es hat kein Aug gesehen und von Ernst Häublein (1911-1971): Gloria in excelsis Deo.
Die Gedenkrede hielt das Vorstandsmitglied im Freundeskreis, Prof. Dr. Richard Toellner:


Prof. Dr. Obst

Prof. Dr. Toellner

Meine Damen und Herren, liebe Freunde der Franckeschen Stiftungen,
Sie sind der Einladung der Franckeschen Stiftungen und ihres Freundeskreises zur Gedenkstunde am Francke-Monument auch in diesem Jahr wieder in überwältigend großer Zahl gefolgt. Dafür danke ich Ihnen im Namen des Freundeskreises.Begünstigt durch den Glanz einer strahlenden Frühlingssonne feiern wir den 340. Geburtstag von August Hermann Francke. Über ihn - könnte man meinen - sei in drei Jahrhunderten schon alles gesagt, was über ihn zu sagen wäre. Mitnichten. Wir gedenken jährlich des Urhe­bers der Stiftungen inmitten seines imponierenden Erbes, das uns umgibt, um uns dessen Ursprungs und der Herkunft dieses Erbes zu vergewissern, damit wir die Zukunft der Stiftungen besser sichern können. Nur, wer sich die Tradition, in der er steht, immer neu kritisch aneig­net, sich mit ihr immer neu auseinandersetzt, wird sie lebendig und fruchtbar fortsetzen können. So muß August Hermann Francke und sein Werk Thema der Forschung, Gegenstand der Auseinandersetzung, Mahnmal des Nachdenkens für die Franckeschen Stiftungen bleiben. Unsere Gedenkstunde soll an diese Aufgabe erinnern, sie ist insofern selbst schon eine sinnhafte und erfreuliche Tradition, die der Freundeskreis der Franckeschen Stiftungen vor zwölf Jahren hat wieder aufleben lassen, bevor noch die Stiftungen rechtlich restituiert waren und ihr Wiederaufbau gerade erst begonnen hatte. Damals haben wir in ganz Deutschland, das auf dem Weg zur Wiedervereinigung war, den Ruf "Rettet die Franckeschen Stiftungen" verbreitet und sind nicht ohne Antwort geblieben. Aus dem kleinen Kreis der für diese säkulare Aufgabe Begeisterten wurde unter der visionären Führung des genialen Paul Raabe schneller, als erhofft, eine zahlreiche Schar derer, die durch viele kleine und einige große Spenden, die durch ihre Mitarbeit, durch ihre Hilfe, durch ihre Aktionen die Rettung der Stiftungen begünstigt und ihren Wiederaufbau gefördert haben. Angesichts des desolaten Bauzustandes der Stif­tungsgebäude und der völlig ungeklärten Verfassung der Stiftungen war Holland in höchster Not, musste gehandelt, mußten klare Zukunftsziele gesteckt und verwirklicht werden. Rück­wärtsgewandte Nostalgiker, Meckerer, Besserwisser und Skeptiker, wie es sie immer und überall gibt, konnten wir nicht gebrauchen, am wenigsten die Zyniker wie der Tübinger Goge (Weingärtner, die für ihre Grobheit berüchtigt sind), der einen Franzosen anraunzte:, der im Neckar zu ertrinken drohte und au secours! au secours! schrie, "Hett'st schwimme g'lernt ond et Franzesisch!"
Nein, solche Leute waren nicht zu gebrauchen. Zum Freundeskreis kamen Menschen, die zu Engagement befähigt und zu einer Mitarbeit bereit waren, die durch kein Regime angeordnet, durch keine Not erzwungen, durch keine Mode bedingt war. Sie kamen aus freien Stücken, weil Herz und Verstand sie von der guten Sache überzeugt hatte.So hat der Freundeskreis die Rettung, den Wiederaufbau und den Ausbau der Franckeschen Stiftungen nicht nur begleitet und unterstützt, sondern war unter dem unvergessenen Präsiden­ten Hans-Bernhard Most treibende Kraft und zugleich ruhender Pol in turbulenten Zeiten. Noch ist der Ausbau nicht vollendet. Daran erinnert uns der Umstand, daß das durch die hochherzige Spende Christine Brückners restaurierte Denkmal Franckes von Baugerüsten umstellt ist - erfreulicherweise - , und wir unter dem frühesten Francke-Monument, der Francke-Urne, versammelt sind. Die schweren Zeiten des Anfangs, die Fortschritte des Wie­deraufbaus, die wachsende Hoffnung auf Vollendung, die Freude und Dankbarkeit darüber hat durch viele Jahre an dieser Stelle Dr. Keitel in seinen Ansprachen dokumentiert, großartige Zeugnisse des Mutes, der Besinnung, der Zuversicht und der Ermutigung, die es wert wären, für uns alle publiziert zu werden.
Noch ist der Ausbau nicht vollendet, noch drohen große Finanzierungsschwierigkeiten, noch drohen Stagnation und Resignation, keine leichten Zeiten warten auf das Kuratorium und Direktorium der Stiftungen, die nun in eine neue Phase ihrer Geschichte eintritt. Es warten große Herausforderungen auf den Freundeskreis unter seinem Präsidenten Albrecht Koch, vor allem warten große Aufgaben noch auf die Seele des Freundeskreises, auf einen Mann, dem wir schon so Vieles verdanken.
Wenn wir heute morgen zur Erinnerung an Persönlichkeiten, die sich um die Stiftungen verdient gemacht haben, Gedenkbäume pflanzten, wenn wir hier unter der wiedererstandenen Urne für August Hermann Francke stehen, wenn wir gleich die neugegossene Büste von August Hermann Niemeyer, dem großen Reformator der Stiftungen, in Poppes Garten wiederaufstellen können, dann verdanken wir dieses und vieles, noch sehr vieles mehr, den Anregungen eines Mannes, der aus einem schier unerschöpflich scheinenden Schatze des Wissens um die Franckeschen Anstalten schöpft, dann verdanken wir dies seiner Überzeugungskraft, seiner Zähigkeit, seiner Dickköpfigkeit und seiner schier unermüdlichen Arbeit. Seine Kenntnisse, seine Erfahrung, sein Wissen, das er als ein von der Pieke auf gelernter DDR-Bürger und promovierter Chemie-Lehrer an der August Hermann Francke Oberschule gewonnen hatte, waren eine unschätzbare Hilfe beim Aufbau und Ausbau des Freundeskreises. Welche Personenkenntnis, welche Ortskenntnis, welche Kenntnis der Geschichte und vor allem welche Kenntnis der Geschichten hat er in seinem reichen Leben in den Franckeschen Anstalten als Lehrer und Erzieher erworben. Sie haben ihn wie kei­nen anderen befähigt, den Freundeskreis mit aufzubauen, auszubauen und beisammen zu halten. Sie wissen alle längst, von wem die Rede ist: von unserem Dr. Rolf Osterwald, der in wenigen Tagen sein 80. Lebensjahr vollenden wird. Ich kann und will der Würdigung seiner Person, die seiner reichen, auf so vielen Feldern erbrachten Lebensleistung angemessen ist, nicht vorgreifen. Doch danken dürfen wir ihm schon jetzt für seine große Lebensleistung, für all das Viele, das er für die Franckeschen Stiftungen, für unseren Freundeskreis getan hat und, des bin ich si­cher, noch weiterhin tun wird. Wir dürfen ihm wünschen, dass er - alle Gebresten des Alters eingerechnet - gesund bleibt und seinen guten Mut, seine Freude am Leben und an der Arbeit, seine geistige Frische nicht verliert. Rolf Osterwald hat sich um den Freundeskreis der Franckeschen Stiftungen verdient gemacht. So wenig der Freundeskreis der Stiftungen ein bloßer Klub der "Ehemaligen" ist, so sehr sind die Ehemaligen der Kern unseres Freundeskreises, um den sich alle die anderen Scharen, die ohne biographische Bindungen sich für die Geschichte, den Aufbau, die Gestaltung und die Idee der Stiftungen begeistern lassen, sich mit den Stiftungen identifizieren. Die Pflege der Erinnerung, die Pflege des Gefühls der Zusammengehörigkeit mag noch so viele Züge der Nostalgie, der verklärenden Rückschau enthalten, sie erzeugt jedoch - viel wichtiger - jenes Gemeinschaftsgefühl, das sich verantwortlich weiß für das gemeinsam Erinnerte und darum Verantwortung für die Zukunft des Erinnerten wahrnimmt. Wer mit Liebe, Inbrunst und Eifer für das Unscheinbare, für das Kleine seinen Vorgarten bestellt, lebt ohne Zweifel in der Gefahr, über den Zaun seines Gärtchens nicht mehr hinaus blicken zu können, im Wortsinn beschränkt zu bleiben. Doch wer seine eigene Geschichte, wie klein und unscheinbar sie zu sein scheint, nicht mit Liebe, Inbrunst und Eifer pflegt, der verliert beim Blick in die große, weite, aufregende Welt ganz schnell die Wurzeln seiner Herkunft, seinen festen Standpunkt, seine Haltung und seine Orientierung, sein fundamentum inconcussum, von dem aus er allein die große Welt bewegen kann, anstatt halt- und orientierungslos in ihr unterzugehen. Nichts ist wichtger als Festigkeit der Überzeugung besonders in Zeiten, die wir eben jetzt erleben. Das fundamentum inconcussum, der unerschütterliche Felsgrund, auf dem August Hermann Francke stand, war sein Glaube, sein Vertrauen in Gott, den er als einen liebenden Vater, als einen Erlöser aus seiner Not persönlich erfahren hatte, ein Vertrauen, das ihm fortan half, in allen Anfechtungen, Zweifeln und Niederlagen den Blick nach vorn, auf seine Aufgabe zu richten, ein Vertrauen, das ihm die Kraft gab, sein Werk zu vollenden.
Rolf Osterwald war und ist ein getreuer Arbeiter im Weinberg des August Hermann Francke, dem dieses biblische Bild sicher gefallen hätte. Denn niemand wußte besser als Francke, daß sein Weinberg ohne Ernte und gewiß ohne eine so reiche Ernte geblieben wäre, hätte sein Herr nicht seine Bitte erhört und ihm so viele Arbeiter in seine Ernte gesandt. Wir vergessen manchmal in unserer Bewunderung für große Gestalten der Geschichte, daß sie nur Großes beginnen, Vieles bewegen und Bleibendes schaffen konnten, wenn sie die Fähigkeit hatten, andere Menschen für ihre Visionen zu begeistern, für ihre Ziele zu gewinnen und sie von der Notwendigkeit für die Übernahme von Aufgaben zu überzeugen. Ohne die Mitstreiter, ohne die Helfer, ohne die Mitarbeiter August Hermann Franckes, ohne die Bewahrer, ohne die Erneuerer und ohne die Wiederauferbauer seiner Stiftungen hätten wir heute nichts zu gedenken, nichts zu feiern, nichts zu hoffen. So ist denn zu recht die dankbare Erinnerung an August Hermann Francke immer auch eine dankbare Erinnerung an die vielen Menschen, auch an die vergessenen, im Strom der Zeit untergegangenen Menschen, die ihr Leben, ihre Arbeit, ihre Gaben in den Dienst der Franckeschen Anstalten gestellt haben. Die angemessenste, beste und wirkungsvollste Würdigung dieser Menschen ist es, wenn wir unsere Sorgen ganz auf die Zukunft dieser Anstalten richten, für die sie gearbeitet haben, wenn wir die Zukunft der Franckeschen Stiftungen sichern. Dies geschieht am besten durch die Erinnerung daran, für wen August Hermann Francke alle seine Anstalten geschaffen hat: sie dienten alle der Jugend. Gerade zur Eröffnung des Themenjahres "ALTERnativen. Auf dem Weg zu einer Alterskultur" sollten wir Alten, so sehr sich die Gesellschaft auch einmal um uns kümmern soll, sollten wir Alten unsere vornehmste Aufgabe darin sehen, den jungen Menschen offen, unvoreingenommen und unaufdringlich zu begegnen, die jungen Menschen zu fördern und ihnen zu helfen. Welche Freude uns unsere jungen Menschen machen, haben wir erst gestern in ihrem Konzert erlebt. Sie zu fördern, es gibt nichts Schöneres, es gibt nichts Zukunftsträchtigeres!*)


Blumen am Francke-Monument

Benefizkonzert: Nachwuchsstreichorchester

Benefizkonzert: Jugend-Sinfonie-Orchester

Im Anschluß an die Ansprache legten die Vertreter der in den Franckeschen Stiftungen beheimateten Einrichtungen Blumen nieder. Für diejenigen Besucher, die regelmäßig an dieser Feier teilgenommen haben, war es beeindruckend zu erleben, wie sehr die Anzahl dieser Eirichtungen im Lauf der Jahre zugenommen hat.

Im Auftrag der Oberbürgermeisterin legte Frau Bürgermeisterin Szabados zusätzlich am Gedenkstein für die Opfer von Krieg und Gewalt ein Blumengebinde nieder – eine berührende Geste angesichts des Krieges im Irak, die von den Besuchern dankbar empfunden wurde. Dann vollzogen alle eine Kehrtwende, um dem nächsten wichtigen Ereignis folgen zu können. Hier seien ein paar Bemerkungen zur Vorgeschichte eingefügt.
Als Wilhelm Krieg seine Zeichenmappe über die Franckeschen Stiftungen übergab, fand sich darin auch eine Zeichnung des kleinen neben dem Mägdeleinhaus befindlichen Gärtchen. Da es früher einmal der Familie Poppe gehörte, gab er ihm den Namen Poppes Garten. Diese kleine grüne Oase im Lindenhof mußte häßlichen Garagen weichen, als durch den Hochstraßenbau Schuppen abgerissen wurden. Prof. Raabe ließ die angrenzenden ebenso häßlichen und nicht nutzbaren Schuppen abreißen und versprach, Poppes Garten in vergrößerter Form wiedererstehen zu lassen. Als die Bauarbeiten am Mägedeleinhaus beendet waren, wurde die gesamte Fläche aber gepflastert und als Parkplatz genutzt. Alle meine wiederholten Proteste halfen nichts, bis mir der Diebstahl der Niemeyer-Büste zu Hilfe kam. Hier bot sich die Gelegenheit für die sprichwörtlichen Fliegenzwillinge, für die man nur eine Klappe braucht. Auch gegen den Standort der Niemeyer-Büste vor dem Verbindungsbau der Bibliothek hatte ich (erfolglos) protestiert, es war m. E. kein würdiger Platz für den 2. Gründer der Stiftungen. Mein Vorschlag, die neue Büste im ehemaligen Poppe-Garten aufzustellen und an dessen Stelle eine neue kleine Parkanlage zu bauen, fand sofort die Zustimmung von Herrn Prof. Obst, Herrn Dr. Müller-Bahlke und Frau A. Michler. Als es Herrn Dr. Müller-Bahlke gelungen war, im xten Gespräch mit seiner inwiderstehlichen Überzeugungskraft zu erreichen, daß der Funke der Begeisterung auch auf unseren Architekten übersprang, war "die Lawine angetreten". Dachte ich, denn monatelang geschah nichts, doch dann traute ich meinen Augen nicht: 6 Tage vor Eröffnung der Francke-Tage befand sich an der Stelle parkender Autos ein großer Erdberg und ein tuckernder, also werktätiger Bagger. Dann befanden sich hier tagelang mehr Bauarbeiter als an allen anderen Baustellen der Stiftungen zusammen, und nach Überwindung einiger Verständigungsschwierigkeiten wurde die Stele am Abend des 20. 3. aufgestellt. Der in Halle lebende und tätige bulgarische Künstler Rossen Andreev hatte nach der Marmorbüste in der Universität eine neue Gipsform geschaffen, diesmal allerdings mit einem Teil der Schulter – mit der alten nur den Kopf umfassenden Büste wirkte der Altdirektor immer wie geköpft -, hatte den Guß ausführen lassen und den Kopf sorgfältig ziseliert. So war nicht einfach ein Ersatz, sondern eine verbesserte Form entstanden.
Als wir zur Befestigung der Büste die Stelenoberfläche säuberten, zeigte sich, daß die alte "Kopfbüste" nur mit einem Chemokleber befestigt gewesen war, der immer noch nicht ausgehärtet war, und den man wie Kaugummi abziehen konnte. Kein Wunder, dass der Diebstahl so einfach gelang! Nun steht die neue Niemeyer-Stele mit –büste auf dem so benannten "August Hermann Niemeyer-Platz". Übergeben wurde die neue Büste durch den Präsidenten des Freundeskreises, Albrecht Koch. Er würdigte Niemeyer (1754-1828) als einen der ganz großen Direktoren der Franckeschen Stiftungen, dem es gelang die Großen seiner Zeit für die Anstalten zu interessieren. Damit war ein wichtiger Schritt für die materielle Unterstützung getan. An der Feier nahm auch Frau Helga Niemeyer aus Hamburg teil, deren Spende mithalf, daß der Freundeskreis die neue Büste anfertigen lassen konnte. Ihr Mann war ein direkter Nachfahre A. H. Niemeyers. Noch drei weitere Veranstaltungen standen auf dem Programm des Tages. Herr Prof. Dr. Obst stellte im Amerika-Zimmer sein neues Buch "Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft. Francke-Predigten 1992-2002." Frau Dr. Klosterberg eröffnete die Ausstellung "Bilderschaden – Schadensbilder" in der Historischen Bibliothek. (Über das Vorhaben hatten wir bereits im Heft 1 berichtet.) Der Abend klang aus im Historischen Speisesaal. Es war verständlich, daß nach der Fülle des zuvor Dargebotenen hier der Kreis der Unentwegten nicht mehr sehr groß war. Der Sonntag brachte den traditionellen Festgottesdienst in der Marktkirche mit der Predigt von Prof. Dr. Obst und der musikalischen Umrahmung durch den Musikzweig der Latina. Ein Rundgang durch die Stiftungen, eine Sonderführung durch die Bewersdorff-Ausstellung und der Familienworkshop "In Franckes Fußstapfen" beschlossen diese erfolgreich verlaufenen und reichhaltigen Tage.


Benefizkonzert: Henry Ventur

Rossen Andreev und Albrecht Koch
auf dem neuen AugustHermann Niemeyer-Platz

A. Koch, Prof. H. Obst, Frau Niemeyer,Frau Szabados,
Dr. R. Osterwald vor der neuen Niemeyer-Büste
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