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Halle und Züllichau als (pietistische) Bildungszentren in Brandenburg-Preußen (18.-20. Jahrhundert)

Austausch der pädagogischen und verlegerischen Ideen. Soziale Herkunft der Schüler und des Lehrkörpers sowie ihre beruflichen Karrieren

Halle i Sulechów jako ośrodki pietyzmu i edukacji.
Przepływ myśli pedagogicznej i wydawniczej. Rodowody społeczne wychowanków i kadry pedagogicznej oraz ich kariery zawodowe

Im Rahmen eines dreijährigen Projektes unterstützt das polnische Ministerium für Wissenschaft und Hochschulwesen innerhalb des Programms zur Förderung der Geisteswissenschaften unter Leitung von Frau Prof. Dr. Bogumila Burda, Universität Zielona Góra, Forschungen zu den Verbindungen zwischen Halle und Züllichau vom 18. bis 20. Jahrhundert. Die Franckeschen Stiftungen sind Kooperationspartner in diesem Projekt.

Nach dem Vorbild in Halle wurde 1719 von dem Nadler Sigismund Steinbart (1677-1739) ein Waisenhaus in Züllichau/Sulechów mit Schulen und einer Verlagsbuchhandlung gegründet, das wie das Hallesche Waisenhaus ein Privileg des preußischen Königs erhielt. Im Rahmen des Projekts werden zum einen die Schüler- und Lehrermatrikel der Schulen in Züllichau und Halle erfasst und ausgewertet, zum anderen Bibliographien der Verlagserzeugnisse in Halle und Züllichau im 18. Jahrhundert erstellt.

Am Studienzentrum August Hermann Francke werden im Rahmen des Gesamtprojekts folgende Arbeiten durchgeführt:

Schulen, Schüler, Lehrer
Anhand der Schüler- und Informatoren-Matrikel der Schulen in den Franckeschen Stiftungen sollen Schüler und Lehrer aus Züllichau und Umgebung vom Ende des 17. Jahrhunderts bis zum Jahr 1948 in einer Datenbank erfasst werden. Sofern komplementäre Quellen zu ermitteln sind, sollen Bildungsbiographien und Werdegänge der Schüler untersucht werden. Die Daten sollen unter anderem die Verbindungen zwischen den Schulen und den personellen Netzwerken zwischen Halle und Züllichau bzw. Schlesien, etwa auch zu der Schule an der Jesuskirche im schlesischen Cieszyn/ Teschen, sichtbar machen.

Drucke der Waisenhaus-Verlage in Halle und Züllichau im 18. Jahrhundert: Bibliographie, Verlagsprofil, Buchdistribution
Die zentrale Aufgabe besteht in dem bibliographischen Nachweis der Verlagserzeugnisse. Die im Waisenhaus zu Züllichau gedruckten und verlegten Werke sollen erstmals systematisch bibliographisch erfasst und ihre Verbreitung in deutschen und polnischen Bibliotheken nachgewiesen werden. Für Halle existiert bereits eine Datenbank mit den Titeln vom Ende des 17. Jahrhunderts bis zum Jahr 1806, die überarbeitet und mit polnischen Bestandsnachweisen ergänzt werden soll. Die zweite Aufgabe wird sich der statistischen Auswertung und Beschreibung der Verlagsprofile in Züllichau und Halle widmen. Die dritte Aufgabe wird darin bestehen, Quellen aufzuspüren und auszuwerten, die Auskunft über den Austausch der Bücher zwischen Halle und Züllichau geben können. Die Bücher sollen also nicht nur als Träger von Inhalten und Speichermedien des Wissens ihrer Zeit verstanden werden, sondern als zirkulierende Medien, die in die personellen Netzwerke sowohl des Halleschen Waisenhauses als auch des Züllichauer Waisenhauses eingebunden waren.

Workshops
Drei wissenschaftliche Workshops in Zielona Góra/Sulechów (2016), Halle (2017) und Cieszyn (2018) und ein abschließendes Workshop in Zielona Góra (2019) werden das Projekt begleiten. Die Ergebnisse der Quellenarbeit und der wissenschaftlichen Forschungen werden im Rahmen des Projektes veröffentlicht.

Programm des Workshops 2016(PDF, 380 kB)

Arbeitsgruppe
Das interdisziplinäre Forschungsprojekt wird von einer polnisch-deutschen Arbeitsgruppe unter der der Leitung von Frau Prof. Dr. Bogumiła Burda, Universität Zielona Góra, realisiert.

Zu den Mitgliedern der Arbeitsgruppe zählen:
Anna Chodorowska M.A., Universität Zielona Góra, Projektassistenz
Dr. Brigitte Klosterberg, Franckesche Stiftungen zu Halle,
Prof. Dr. Jarochna Dąbrowska, Universität Zielona Góra
Dr. Bogumiła Maria Husak, Universität Zielona Góra
Prof. Dr. Piotr Krzysztof Marszałek, Fachhochschule Sulechów
Ewa Elżbieta Majcherek M.A., Fachhochschule Sulechów
Dr. Stefan Dąbrowski
4 Doktoranden und 5 Student/innen

 

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