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Wiederaufbau der Franckeschen Stiftungen

Im Jahr 1989 waren die Franckeschen Stiftungen eine Ruine, die jederzeit in sich zusammenzufallen drohte. Undichte Dächer, fehlende Fenster, und bröckelnder Putz - die Feuchtigkeit und der Taubendreck hatten dem historischen Bauensemble zugesetzt. Mit der Gründung des Freundeskreises der Franckeschen Stiftungen im Sommer 1990 begannen unter dem Vorsitz von Paul Raabe die Anstrengungen um die Rückgewinnung der Selbstständigkeit und die Rückgabe der enteigneten Grundstücke und Gebäude sowie die inhaltliche Wiederbelebung der Stiftungen. In den nachkommenden Jahren konnte der größte Teil des historischen Ensembles saniert werden. Die Stiftungen haben sich zu einem lebendigen Bildungskosmos mit über 40 Partnern auf dem Gelände entwickelt.

Nahezu alle sanierten Gebäude auf dem Stiftungsgelände tragen die Handschrift des Architekten Wilfried Ziegemeier (1926 - 2013).

Als unser Architekt im Sommer 1992 die ersten Skizzen und Kostenschätzungen für das Historische Waisenhaus, die Bibliothek und das Nachbargebäude vorlegte, stand für ihn innerlich schon fest, dass er sich nun ausschließlich mit seiner ungewöhnlichen Schaffenskraft dem Wiederaufbau von Franckes Lebenswerk widmen würde. Und dies wurde sein überzeugendes Alterswerk. (Paul Raabe 2002)

Sanierung Kollage Dimanski

Sanierte Gebäude und neue Häuser auf dem Stiftungsgelände

1995

Haus 1
Sanierung
Historisches Waisenhaus
Finanzmittel: Europäische Union, Bundesrepublik Deutschland, Stadt Halle, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Lotto Toto Sachsen-Anhalt, Freundeskreis der Franckeschen Stiftungen, Eigenmittel der Franckeschen Stiftungen

WH Rückseite 1984_Ingo Gottlieb  Waisenhaus 1992 
UNESCO  Historisches Waisenhaus 


KITA A  Haus 48
Neubau
Kindertagesstätte August Hermann Francke
Finanzmittel: Land Sachsen-Anhalt, Stadt Halle, Eigenmittel der Franckeschen Stiftungen

1996

Sportplatz
Sanierung
Finanzmittel: Pfeifer & Langen, Eigenmittel der Franckeschen Stiftungen

Bauhof außen_Scholz  Haus 33
Neubau
Jugendwerkstatt Bauhof
Finanzmittel: Evangelischer Kirchenkreis Halle, HypoVereinsbank

1997

Wiederaufstellung der Francke-Urne
Finanzmittel: Freundeskreis der Franckeschen Stiftungen zu Halle

Francke Urne unsaniert    Francke Urne 

Haus 2-7
ehem. Gasthaus Goldener Adler, Knabenwaisenanstalt
Sanierung
Philosophische Fakultät III Erziehungswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Finanzmittel: Hochschulbaufördermittel, Eigenmittel der Franckeschen Stiftungen

1998

Haus 54
ehem. Lyzeum, Höhere Mädchenschule
Sanierung
Interdisziplinäres Zentrum zur Erforschung der Europäischen Aufklärung
Finanzmittel: Hochschulbaufördermittel, Volkswagen Stiftung

Haus 8 und 9
Sanierung
Evangelisches Konvikt der Kirchenprovinz Sachsen
Finanzmittel: Land Sachsen-Anhalt, Kirchenprovinz Sachsen, Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Eigenmittel der Franckeschen Stiftungen

Haus 22-24

Historische Bibliothek vor Sanierung 

Historische Bibliothek und ehem. Höhere Mädchenschule
Sanierung
Historische Bibliothek, Studienzentrum August Hermann Francke, Interdisziplinäres Zentrum für Pietismusforschung, Canstein Bibelzentrum, St. Georgs Kapelle
Finanzmittel: Bundesrepublik Deutschland, Land Sachsen-Anhalt, Eigenmittel der Franckeschen Stiftungen

 

Sanierung der Francke-Gruft auf dem Stadtgottesacker der Stadt Halle
Finanzmittel: Freundeskreis der Franckeschen Stiftungen zu Halle

Haus 35a
ehem. Spritzenhaus
Sanierung
zunächst Wohnhaus, seit Sommer 2013 Johanniter Unfall-Hilfe e.V.
Finanzmittel: Land Sachsen-Anhalt, Eigenmittel der Franckeschen Stiftungen

1999

Hauskirche_W  Haus 24 – Einzug
Orthodoxe Hauskirche zum Heiligen Kreuz
Finanzmittel: Eigenmittel der Franckeschen Stiftungen

2000

Haus 30
ehem. Papiermagazin; Niederlagegebäude der Buchhandlung
Sanierung
Theologische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Finanzmittel: Hochschulbaufördermittel, Eigenmittel der Franckeschen Stiftungen

Haus 25
Mägdeleinhaus
Sanierung
Theologische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Finanzmittel: Hochschulbaufördermittel, Land Sachsen-Anhalt, Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Eigenmittel der Franckeschen Stiftungen

Krokoseum 25  Haus 1 - Sockelgeschoss
ehem. Lager der Buchdruckerei
Umgestaltung und Einzug
Kinderkreativzentrum Krokoseum
Finanzmittel: Stadt Halle, Eigenmittel der Franckeschen Stiftungen

2001

Haus 10 und 11
Teil des Langen Hauses, ehem. sogenanntes Schulhaus
Sanierung
Pensionsanstalt des Landesgymnasiums Latina August Hermann Francke
Musikzweig des Landesgymnasiums Latina August Hermann Francke
Finanzmittel: Bundesrepublik Deutschland, Land Sachsen-Anhalt, Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Eigenmittel der Franckeschen Stiftungen

2002

Haus 21-Stadtsingechor-Rekonstruktion  Haus 21
ehem. Ökonomiehaus der Lateinischen Schule mit Küche, Speiseraum, kleineren Wohn- und Speisestuben; später Kassengebäude
Sanierung
Stadtsingechor zu Halle
Finanzmittel: Stadt Halle, Eigenmittel der Franckeschen Stiftungen

Haus 26 und 27

Speisesaal 1990 

Mensa 2011 

Historischer Speisesaal und Englisches Haus
Sanierung/Umbau
u.a. Historischer Speisesaal des Studentenwerks Halle
Finanzmittel: Bundesrepublik Deutschland, Land Sachsen-Anhalt, Eigenmittel der Franckeschen Stiftungen

Haus 31
ehem. Arbeiter- und Bauernfakultät
Anbau
Zweigstelle der Landes- und Universitätsbibliothek Halle, Hörsäle
Finanzmittel: Hochschulbaufördermittel

2004

Haus 12 und 13
ehem. Krankenhaus und Oberkolleg, Unterkunft für Lehrer und Schüler
Sanierung
Deutsches Jugendinstitut Halle
Finanzmittel: Bundesrepublik Deutschland, Land Sachsen-Anhalt, Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Eigenmittel der Franckeschen Stiftungen

2005

Haus 16-18
ehem. Königliches Pädagogium
Sanierung/ Neubau
Altenpflegeheim der Paul-Riebeck-Stiftung im „Haus der Generationen"
Finanzmittel: Bundesrepublik Deutschland, Land Sachsen-Anhalt, Stadt Halle, Pflegeversicherung, Paul-Riebeck-Stiftung zu Halle, Eigenmittel der Franckeschen Stiftungen

Haus der Generationen-alt    Haus der Generationen 

Haus 55 und 56
Sanierung
Kindertagesstätte Amos Comenius, Kinderhaus Maria Montessori, Hort August Hermann Francke,
Finanzmittel: Land Sachsen-Anhalt, Stadt Halle, Eigenmittel der Franckeschen Stiftungen

2007

Haus 31
ehemalige Arbeiter- und Bauernfakultät
Sanierung
Hans Ahrbeck Haus als Lehrgebäude für die Philosophische Fakultät III Erziehungswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle sowie der Zweigbibliothek Erziehungswissenschaften/ Theologie/Medien- und Kommunikationswissenschaften/ Jüdische Studien der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt
Finanzmittel: Hochschulbauförderungsprogramm

Haus 31-alt    Hans Ahrbeck Haus 

Haus 19
Sanierung
Reformschule “Maria Montessori" im "Haus der Generationen"
Finanzmittel: Fördermittel aus dem Investitionsprogramm des Bundes „Zukunft Bildung und Betreuung“
Eigenmittel Montessori-Gesellschaft Halle (Saale) e.V., Lotto-Toto Sachsen-Anhalt GmbH, Eigenanteile der Franckeschen Stiftungen, öffentliche Mittel aus der Landesdenkmalpflege und der Städtebauförderung.

2008

Haus 28
ehemaliges Gasthaus zur „Goldenen Rose“
Sanierung
Francke-Wohnhaus mit Informationszentrum, Francke-Kabinett und Bibelmansarde
Finanzmittel: Bundesrepublik Deutschland, Land Sachsen-Anhalt, Eigenmittel der Franckeschen Stiftungen
Das Francke-Kabinett wurde großzügig von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gefördert.

2009

Haus 2-7 vor der Rekonstruktion  Fassadensanierung Haus 5-7
ehemalige Knabenwaisenanstalt
Im zweiten Halbjahr 2009 wurde die Fassade von Haus 5-7 erneuert. Verwitterung und Schädlingsbefall hatten das Holz angegriffen, so dass Sichtfachwerk, Mauerwerk und Putz der Gefache einer Überholung bedurften.

2010

IBA-Projekt „Franckesche Gärten"
Mit der Wiederherstellung der Franckeschen Stiftungen nach dem politischen Umbruch 1989 verband sich die Vorstellung, etwas von der ursprünglichen Geschlossenheit und Intimität der historischen Gesamtanlage wiederzuerlangen. In der Tat erfahren die Stiftungsgebäude eine innere Wiederbelebung. Etwa 40 Einrichtungen arbeiten hier mittlerweile wieder und führen die vielfältigen Traditionen August Hermann Franckes auf dem gemeinsamen Fundament der Stiftungsgeschichte fort. Die Vielfalt gehört zu den Reichtümern der Stiftungen. Sie verdeutlicht aber auch den Balanceakt zwischen Öffnung und Abgeschlossenheit, dem sich die Stiftungen stellen müssen. Die innere Vielfalt, von der das Leben in den Stiftungen heute geprägt ist, sorgt für die notwendige Öffnung der Stiftungen in viele Richtungen und für ihre Durchlässigkeit. Das Gesamtgelände der Stiftungen wie ursprünglich als eigenständiges historisch gewachsenes Areal erlebbar zu machen und das Bild von der "Stadt in der Stadt" zu verwirklichen ist der Balanceakt, dem sich das IBA-Projekt Franckesche Gärten stellte.

Gewächshaus_Meinicke 

Gewächshausanlage
Im Pflanzgarten der Franckeschen Stiftungen ist ein hochmodernes, dreiteiliges Gewächshaus, bestehend aus zentralem Gewächshaus (Produktionsraum) mit Pflanztischen, einem Lagerraum für die Gartenutensilien sowie einem Schulungsraum, der als Naturforscherwerkstatt eingerichtet werden soll, entstanden. Rund um das Gewächshaus sind zudem eine Kompostierungsanlage, ein Biotop sowie von einer Hecke umgebene Beete für Kindergartenkinder eingerichtet worden. Überdacht von einer Pergola ist die „Grüne Schule“ heute ein grünes Klassenzimmer für den Unterricht im Freien. Das Projekt wird in Kooperation mit der Martin-Luther-Universität Halle (Institut für Schulpädagogik und Grundschuldidaktik) umgesetzt.

Haus 19
ehemaliges Königliches Pädagogium
Haus der Generationen, Familienkompetenzzentrum
Am 4. Mai 2010 konnte die Aktionsetage des Familienkompetenzzentrums für Bildung und Gesundheit im Haus der Generationen eröffnet werden. Als dritte Säule des Hauses der Generationen steht die Unterstützung von Familien im Mittelpunkt der Arbeit der Familienetage.

2011

Haus 37-39
ehemaliges - Brau- und Backhaus
Die Geschäftsstelle der Franckeschen Stiftungen wurde ab November 2009 saniert. Der gleichzeitige Umbau schuf die Voraussetzungen für eine Erweiterung der kulturtouristischen Nutzung. Das Projekt wurde finanziert aus EFRE-Mitteln mit Unterstützung der Bundesregierung.

Geschäftsstelle unsaniert    Haus 37_Thomas Meinicke_2012 

2012

Franckeplatz 3-5
ehem. Frauenzimmerstift und Buchhandlung des Waisenhauses
Historische Häuserzeile am Franckeplatz
Dank der Unterstützung des Bundes und des Landes konnte im Jahr 2006 die grundlegende Sanierung der historischen Häuserzeile am Entree der Franckeschen Stiftungen begonnen werden. Es handelt sich um ehemalige Gasthäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert, die Francke aufkaufte und für seine pädagogischen und sozialen Zwecke einrichtete. Das Wohnhaus Franckes wurde als erstes renoviert. 1655 erbaut, war es als Gasthof “Goldene Rose“ bekannt. Die Ausstellung zum Leben und Wirken August Hermann Franckes, ein Museumsladen, weitere Ausstellungsflächen und ein Raum der Besinnung sind entstanden. Das Francke-Wohnhaus wurde im Herbst 2008 eröffnet, die Gesamtmaßnahme kostete 4,6 Mio Euro.

Neubau Kulturstiftung des Bundes
Unter Einbeziehung des Gebäudes am Franckeplatz 3 entstand ab 2010 am Entree der Franckeschen Stiftungen der Neubau für die Kulturstiftung des Bundes. Sieger des international ausgeschriebenen Architektenwettbewerbs war das Münchener Büro Dannheimer&Joos Architekten BDA.

west023_Scholz  Kultustiftung Außenansicht_Wenzel 

  Haus 36 und 36a
Haus 36_36A_37_Rü_Sydow_08_1  ehemalige Pächterhäuser aus dem frühen 18. Jh. Bestandteil des Meiereikomplexes
Die Häuserzeile südlich der Geschäftsstelle wurde seit 2008 mit finanzieller Unterstützung des Landes Sachsen-Anhalt instandgesetzt. Nach Beendigung der Restaurierungsarbeiten fand das Staatliche Seminar für Lehrämter hier seine Räumlichkeiten. Es verstärkt somit den Standort Franckesche Stiftungen als Zentrum der Lehrerbildung in Sachsen-Anhalt.

2014

Haus 42 und 43
Die Baumaßnahmen am Gebäude des Landesgymnasiums Latina August Hermann Francke bildeten eine der umfangreichsten Arbeiten in Franckeschen Stiftungen in den Jahren nach dem Wiederaufbau. Im Schuljahr 2012/2013 konnte der erste Teilabschnitt, das Haus 43 (gebaut als Oberrealschule 1914), übergeben werden. Die Kosten von über 7 Mio Euro gliederten sich in Konjunkurmittel (4,5 Mio) sowie Landesmittel und Eigenmittel der Franckeschen Stiftungen. Der zweite große Bau-abschnitt, Haus 42 (gebaut als Latina 1914) wurde als Landesbau-maßnahme in einem Umfang von 7,9 Mio Euro aus Mitteln des Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE) realisiert.

Latina 42     Latina_Kloevekorn_klein 

2015

Haus 43 – Aula der Latina
_FFW0215  Die Planungen für den Umbau des Saals reichen zurück bis in das Jahr 2009 und basieren auf den Plänen des verstorbenen Architekten Wilfried Ziegemeier. 1,1 Mio Euro waren für die Maßnahme kalkuliert, dank der großzügigen Förderung von 1 Mio Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) durch das Land sowie vieler Unterstützer und privater Spender konnte die Sanierung vor 8 Monaten begonnen werden. Die Einweihung des Saals schließt die Sanierung des Landesgymnasiums Latina, des größten Bauprojekts im Rahmen des Wiederaufbaus der Franckeschen Stiftungen, ab.

2016

Haus 51

Das ehemalige Kinderkrankenhaus (erbaut 1721) blieb bis 1956 als Krankenhaus in Betrieb. Nach unterschiedlichen provisorischen Nutzungen wurde das Gebäude seit 2013 mit Mitteln des Bundes, des Landes Sachsen-Anhalt und der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland grundständig restauriert und für den Einzug des Seelsorgeseminars hergerichtet.

 

 

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