4 Taler und 16 Groschen in der Spendenbüchse bewogen August Hermann Francke um 1700 eine Schulstadt zu gründen, die sich innerhalb weniger Jahrzehnte zu einer der bedeutendsten protestantischen Bildungseinrichtungen Europas entwickelte, in der grundlegende Ideen der Reformation umgesetzt wurden. Erstmals sollte hier ein vielgliedriges Schulsystem Kinder unabhängig ihres sozialen Standes fördern und durch umfassende Bildung die Voraussetzung für ein selbstverantwortliches Leben im Dienste der Gesellschaft schaffen. Franckes Schulen wurden zur Wiege des preußischen Tugendkanons und Vorbild für das preußische Schulwesen. Die blühende Schulstadt verfügte bereits im 18. Jahrhundert über wertvolle Lehrsammlungen, darunter eine bedeutende Bibliothek, Schulgärten sowie eine Kunst- und Naturalienkammer.

Informationszentrum im Francke-Wohnhaus

Besucherinfo  Im Erdgeschoss des ehemaligen Wohnhauses von August Hermann Francke befinden sich heute mit dem Informationszentrum der Franckeschen Stiftungen der zentrale Besucherempfang, die Museumskasse und der Museumsshop.
Für Ihren Besuch in den Franckeschen Stiftungen halten wir ein umfangreiches Führungsprogramm bereit. Neben regelmäßigen und buchbaren Führungen empfehlen wir Ihnen unseren Audioguide für den Rundgang durch das Gelände.
Unser Informationszentrum berät Sie gerne bei allen Fragen rund um Ihren Besuch.

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Ausstellungen im Historischen Waisenhaus

Themenjahr Franckesche Stiftungen  Mit dem Bau des Halleschen Waisenhauses und der daran anschließenden Gesamtanlage rund um den heutigen Lindenhof hat sich August Hermann Francke in die Geschichte eingeschrieben. Innovationen in der Baukunst ließen eine Architektursprache entstehen, die funktional, vielseitig nutzbar und wegweisend für die Entwicklung der Bildungs- und Sozialarchitektur war. Heute ist das Historische Waisenhaus das kulturelle und museale Zentrum der Franckeschen Stiftungen. Seit der sorgfältigen Instandsetzung des Gebäudes erwarten den Besucher hier einführende Dauerausstellungen zu der Geschichte der Stiftungen, der Strahlkraft der von hier ausgegangenen Ideen sowie wechselnde Ausstellungen zur Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit.

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Kunst- und Naturalienkammer

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Die einzige vollständig erhaltene barocke Wunderkammer Europas lässt im ehemaligen Schlafsaal der Waisenknaben im Historischen Waisenhaus ein originales Museumskonzept des 18. Jahrhunderts erleben. 1698 wurde die Kunst- und Naturalienkammer für den Realienunterricht an Franckes Schulen angelegt und zeigt heute mit rund 3000 Naturalien, Kuriositäten und Artefakten die Welt aus einer vergessenen Perspektive. Angeordnet ist der umfassende Wissenskosmos des Barock in originalen und reich verzierten Sammlungsschränken, die von 1736 bis 1741 vom Altenburger Kupferstecher Gottfried August Gründler (1710-1775) eigens für diesen Raum geschaffen wurden.

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Weltveränderung durch Menschenveränderung: Die Geschichte der Franckeschen Stiftungen

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Das Waisenhaus-Kabinett präsentiert sich grundlegend überarbeitet und die Geschichte der Franckeschen Stiftungen unter dem Titel Weltveränderung durch Menschenveränderung in neuem Gewand. Im Mittelpunkt dieser Ausstellung steht eine große Multimediainstallation, an der man die Entstehungs- und Nutzungsgeschichte der Franckeschen Stiftungen spielerisch nachvollziehen kann. Außergewöhnliche Objekte führen durch die Gründungs- und Wirkungsgeschichte der Schulstadt August Hermann Franckes bis in die unmittelbare Vergangenheit.

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Kraft des Wortes: Kulturgeschichtliche Wirkungen des Pietismus

Kraft des Wortes 

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Predigtkanzel aus der Ulrichskirche in Halle. Hier war Francke, der bereits 1691 als Pfarrer an die Kirche in Glaucha berufen worden war, ab 1715 als Pastor tätig. Die 1588 gearbeitete Kanzel zählt zu den schönsten und aufwändigsten Renaissancekanzeln der Region. Mit der Säkularisierung der Ulrichskirche in den 70er Jahren des 20. Jh. ist dieses Schmuckstück der Sakralkunst in Halle in Vergessenheit geraten. Für die Dauerausstellung in den Franckeschen Stiftungen konnte sie dank der großzügigen Förderung durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung grundlegend restauriert werden.

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Kulissenbibliothek am Lindenhof

Bibliothek 

Die Bibliothek der Franckeschen Stiftungen wurde Ende des 17. Jahrhunderts von August Hermann Francke als öffentliche Einrichtung gegründet. Wenige Jahre später war ihre Sammlung im Bildungsbereich bereits vergleichbar mit der bedeutender deutscher Universitätsbibliotheken. Im Altbestand enthält sie heute etwa 50.000 Bücher zu allen Gebieten des Wissens der Frühen Neuzeit. Seit 1728 sind die Bücher in einem eigens errichteten Zweckbau untergebracht, dessen originales Mobiliar mit den kulissenartig in den Raum gestellten Regalen komplett erhalten geblieben ist. Diese Kulissenbibliothek präsentiert sich nach der Sanierung in den späten 1990er Jahren heute wieder in ihrer beeindruckenden Gestalt von 1746.

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Francke-Kabinett im Wohnhaus August Hermann Franckes

Stula Porzellan 

Im ersten Obergeschoss des ehemaligen Wohnhauses August Hermann Franckes (Haus 28) zeigt eine ständige Ausstellung die vielfältigen Talente und Begabungen Franckes. In neun Filmen übertragen bedeutende Persönlichkeiten des heutigen gesellschaftlichen Lebens wie Hans-Dietrich Genscher, Paul Raabe oder Ulrich Wickert die Tatkraft Franckes in die Gegenwart und erzählen, was sie an seinem Werk fasziniert. Man erfährt Erstaunliches über den Theologen und Pädagogen, den Global-Player und Visionär, den Wirtschaftsexperten und Bauherrn. Seit Januar 2016  fügt sich als weiteres Element in die kulturhistorischen Dauerausstellungen der Stiftungen zudem eine großzügige Schenkung des passionierten Hallensia-Sammlers Dr. Hans Stula ein. Die umfangreiche Sammlung zeigt historische Ansichten der Stadt Halle auf Papier und Porzellan.

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Das Brau- und Backhaus

Backofen 2_Thomas Meinicke  Das Brau- und Backhaus widmet sich der Alltags- und Versorgungsgeschichte der im 18. Jahrhundert etwa 2.000 Menschen umfassenden Franckeschen Anstalten. Wiederentdeckte historische Details – ein Durchgangstunnel zwischen den Versorgungstrakten verschiedener Gebäude, historische Wasserrinnen im Boden des Gewölbekellers und der historische Backofen aus dem 18. Jahrhundert – legen heute für die Besucher ein beredtes Zeugnis vom Nutzen des Gebäudes und der Organisation der Versorgungsabläufe der Schulstadt ab. Im Steinbackofen aus dem 18. Jahrhundert wird zu großen kulturellen Veranstaltungen Brot gebacken. Das Haus verfügt darüber hinaus über ein schönes Kellergewölbe für kleinere kulturelle Veranstaltungen.

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