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Sieh an! Halles Stadtansichten und die Franckeschen Stiftungen

Was der eine am liebsten aus Omas Nachlass verbannen würde ist für den anderen ein wertvoller Schatz. Sammeltassen&Co sind für viele heute Sinnbild einer längst vergangenen Zeit. Nur in ausgewählten Wohnzimmern wird man heute eine Glasvitrine finden, in der filigrane Porzellanservices mit Tellern, Tabletts und Löffeln, Porzellanpfeifenköpfe oder Fingerhüte mit Stadtansichten ausgestellt werden. Die Verbundenheit mit einem Ort wird heute oft durch Selfies ausgedrückt, die Freunden, Verwandten und Bekannten geschickt werden, seltener durch Postkarten oder Souvenirs.

DIE FRANCKESCHEN STIFTUNGEN IN STADTANSICHTEN

 "Halle von Süden" ist unter den historischen Stadtansichten eine gerne eingenommene Perspektive, um die Stadt Halle mit ihrem Wahrzeichen, den 5 Türmen auf dem Marktplatz, abzubilden. Nachdem 1698 August Hermann Francke den Grundstein für das Hallesche Waisenhaus südlich der Stadt vor dem Rannischen Tor gelegt hatte, sind die später nach ihrem Begründer benannten Franckeschen Stiftungen Teil der beliebten Stadtansicht. Wanderer auf weitläufigen Wiesen oder Bauern, die auf ausgedehnten Feldern arbeiten markieren im Vordergrund die Grenze zwischen Stadt und Land, an der die Franckeschen Stiftungen liegen. In einer Ausstellung im Francke-Kabinett werden die schönsten Stadtansichten aus der Sammlung Dr. Hans Stulas vorgestellt.

  Stadtansicht Süden 

ANSICHTEN DER FRANCKESCHEN STIFTUNGEN

  Stula Porzellan  Auch Liebhaber der Ansichten der Franckeschen Stiftungen selbst als Grafik oder Souvenir wurden bedacht. Im 19. Jahrhundert erlebte die Porzellanmalerei eine Blütezeit, deren eindrucksvollste Stücke etwa aus der Königlichen Porzellanmanufaktur in Berlin oder der Porzellan Manufactur Gotha in einer Dauerausstellung im Francke-Wohnhaus zu sehen sind. Tassen, Teller, Tabletts und Pfeifenköpfe wurden mit Stadtansichten verziert, die neben der an Sehenswürdigkeiten reichen Stadt Halle auch die Franckeschen Stiftungen zeigen. 

Tasse_Stula 

Schreib doch mal wieder! Die Franckeschen Stiftungen auf Postkarten

StartseiteGeschichtePostkarte  Ansichten der Franckeschen Stiftungen schmücken in über 200 Variationen zwischen 1871, dem Geburtsjahr der Postkarte, bis in das 20. Jahrhundert hinein die bunte Postwurfsendung. Die älteste im Archiv der Franckeschen Stiftungen dokumentierte Postkarte zeigt eine Ansicht der „Franckeschen Anstalten“, die laut Stempel 1896 der Post übergeben wurde. Kartensets, Drehkarte, selbstgebastelte Postkarte, Künstlerkarte, Klappkarte, Scherzkarte oder einfach klassische Ansichtskarten zeigen von da an die Franckeschen Stiftungen aus vielen Perspektiven.

Besuch Kaiser Wilhelm  Zwischen 1897 und 1918 entwickelte sich ein regelrechter Postkartenboom, dem auch die erste Sammlertätigkeit folgt. Die Postkarte mit den schönsten Ansichten aus der Saalestadt ließ noch nicht viel Platz für lange Mitteilungen, war doch die gesamte Vorderseite für die amtlichen Informationen, Adresse und Briefmarke vorgesehen. Der Schreiber hatte Mühe, alle Informationen links, rechts, über oder unter dem Bild unterzubringen. Heute stellen die Karten das Ansehen der Franckeschen Stiftungen im Wandel der Zeit als Bildgeschichte dar, deren Höhepunkt sicher der Besuch des Kaisers Wilhelm II. in Begleitung seiner Frau Auguste Viktoria am 6. September 1903 war. In einer offenen Kutsche fuhren Sie begleitet von einem Husarenregiment vor das Francke-Denkmal, wurden vom Direktor Dr. Fries begrüßt und lauschten dem extra für diesen Anlass geschriebenen Gedicht des Waisenmädchens Margarethe Freud. Die Situation wurde in einem kaiserlichen Schnappschuss festgehalten und ging von da an als Postkarte um die Welt.

Postwertzeichen, Selfies...

Auch heute noch arbeiten wir mit Ansichten der Franckeschen Stiftungen. Die Postkarte ist nach wie vor im Angebot, wenngleich viele auch auf das beliebte Selfie zurückgreifen, um Freunden und Verwandten mitzuteilen, was unbedingt sehenswert ist. 2013 brachte die Deutsche Post eine Sonderbriefmarke zum Francke-Jubiläum in den Umlauf, ein Jahr später legte der MZZ-Briefdienst eine Briefmarke auf, die sich beide nicht nur bei Sammlern großer Beliebtheit erfreuen.

Francke-Briefmarke MZZ     010313_briefmarke_jensschlueter_60 

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