Spezialistenlager 2016

Neugierig auf das Fremde? – Die ganze Welt in einem Raum!
Kuriosa aus Franckes Wunderkammer als Zugang zu unbekannten Kulturen

Animalienschrank_Göltz  Die Kunst- und Naturalienkammer der Franckeschen Stiftungen mit ihren seltenen und kuriosen Sammlungsobjekten aus dem 18. und 19. Jahrhundert war für die Teilnehmer des Spezialistenlagers 2016 das Untersuchungsobjekt. Wir tauchten ab in eine Zeit, in der es noch keine Photographie, Internet und Fernsehen gab, in eine Zeit, in der die Menschen fremde Länder und Kulturen meist nur aus Erzählungen kannten.
Im Spezialistenlager konnten die Nachwuchshistoriker Geheimnisse entdecken, die die Wunderkammer seitdem bewahrt; und längst ist bisher nicht alles zu ihren Objekten, ihrer Herkunft und ihrer Bedeutung erforscht. Dabei könnten die jungen Forscher sogar verborgene Schätze finden - solche, die bisher der Öffentlichkeit so nicht zugänglich waren. Deren Geschichte und Geschichten wurden unter Zuhilfenahme von originalen Schriftstücken aus dem Archiv entdeckt und die Ergebnisse gemeinsam mit Experten auswertet.
Herangeführt an geschichtswissenschaftliche Arbeitsweisen, konnten die Teilnehmer selbst erfahren, wie Schlüsse aus verschiedensten Quellen in Archiv, Bibliothek und Museum gezogen werden, um sich dann ein Bild davon zu machen, wie sich die Menschen des 18. Jahrhundert fremde Kulturen und die Welt als Ganzes vorgestellt haben. Es wurde sich aber auch kritisch mit der Frage auseinander gesetzt , welches Bild wir uns heute von verschiedenen und uns fremden Kulturen machen.
Um dies alles herauszufinden, hieß es in der ersten Sommerferienwoche beispielsweise: Wie kam der indische Poenitenzpantoffel nach Glaucha? Waren in Israel Tätowierungen schon im 18. Jahrhundert modern? Wo schrieb man früher mandschurisch? Was hat man in anderen Ländern alles aus Kokosnüssen gemacht? Was trugen früher die Kämpfer auf Borneo und aus Persien mit sich? Hatten die Chinesinnen vor 200 Jahren so kleine Füße wie Kinder? Wie sahen malabarische Hochzeiten aus? Und natürlich: Wie kamen all diese Dinge bis vor die Stadttore Halles?

Spezialistenlager 2015

WAR SCHULE SCHON IMMER SO? Schulunterricht im 18. und 20. Jahrhundert

1695 gründete August Hermann Francke in Halle eine Armenschule, aus der sich innerhalb weniger Jahrzehnte eine der bedeutendsten protestantischen Bildungseinrichtungen Europas entwickelte. In dieser Tradition lernen heute mehr als 1000 Kinder und Jugendliche in vier Schulen auf dem Gelände der Franckeschen Stiftungen.

Teilnehmer und Fachbetreuer des Spezialistenlagers 2015  Vom 12. bis 17. Juli 2015 fand das zweite Spezialistenlager Geschichte in den Franckeschen Stiftungen statt. Diesmal trafen sich zehn geschichtsinteressierte Schülerinnen und Schüler im Alter von 11 bis 15 Jahren, um eine Woche lang zusammen zu forschen und Spaß zu haben. In diesem Jahr lernten die Schülerinnen und Schüler nicht nur die Arbeitsweisen der Geschichtswissenschaft kennen, um selbst als kleine Historiker tätig zu werden, sondern sie setzten sich so intensiv mit der Thematik der Schulen im 18. und 20. Jahrhundert auseinander, dass sie sogar lernten in altdeutscher Kursivschrift zu schreiben, so wie es ihre Urgroßeltern noch gelernt hatten. Einerseits beschäftigten sich die Teilnehmer mit den Fragen, welche Fächer die Schüler im 18. Jh. hatten, mit welchen Büchern sie lernten, welche Kleidung sie trugen und wie der Schulalltag in den Franckeschen Stiftungen gestaltet war. Andererseits stellten sie sich die Frage, wie der Schulalltag in den Frankeschen Stiftungen während des Ersten Weltkrieges organisiert war, welche Aufgaben die Schüler in den Kriegswirren übernahmen und schließlich welche Rolle dabei die "Liebe zu Kaiser und Vaterland" spielte. In feierlichem und großen Rahmen stellten unsere Nachwuchshistoriker durch interessante Fachvorträge und einer kleinen Ausstellung von Quellen aus dem Archiv der Franckeschen Stiftungen, an denen sie eine Woche lang gearbeitet hatten, ihre Erkenntnisse vor.

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 Spezialistenlager 2014

Herrschaftszeiten. Der Adel und die Franckeschen Stiftungen vom Barock bis ins 20. Jahrhundert.

Teilnehmer und Fachbetreuer des Spezialistenlagers 2014  Bis zum Inkrafttreten der Weimarer Reichsverfassung am 14. August 1919 genossen Könige, Fürsten und Grafen in Deutschland gewisse Standesvorrechte. Durch prächtige Bauten und die Zurschaustellung von Macht, Tugend und Ehre grenzten sie sich von Nichtadeligen ab. Auch August Hermann Franckes Schulstadt erinnerte manchen Zeitgenossen um 1700 an ein Schloss – an ein Schloss für die Schwachen. Tatsächlich aber spielte der Adel eine wichtige Rolle in der 300-jährigen Geschichte der Franckeschen Stiftungen – Adlige und Waisenkinder wurden zugleich ausgebildet.

13 Schülerinnen und Schüler haben im ersten Spezialistenlager Geschichte in den Franckeschen Stiftungen eine Woche lang Einblicke in die Geschichtswissenschaft genommen, originale Quellen in Archiv und Bibliothek in die Hand genommen, Orte des Geschehens besucht und die Ausstellungsarbeit von Historikern und Kuratoren zusammen bewundert. Im Laufe der Woche haben alle Nachwuchshistoriker ihre Fragen an die "Herrschaftszeiten" gestellt und anhand der Analyse von Quellen und der Deutung vergangener Ereignisse ihre Antworten gefunden und in kleiner Runde festlich präsentiert.MerkenMerkenMerkenMerkenMerken