lässt im ehemaligen Schlafsaal der Waisenknaben im Historischen Waisenhaus ein originales Museumskonzept des 18. Jahrhunderts erleben. 1698 wurde die Kunst- und Naturalienkammer für den Realienunterricht an Franckes Schulen angelegt und zeigt heute mit rund 3000 Naturalien, Kuriositäten und Artefakten die Welt aus einer vergessenen Perspektive. Angeordnet ist der umfassende Wissenskosmos des Barock in originalen und reich verzierten Sammlungsschränken, die von 1736 bis 1741 vom Altenburger Kupferstecher Gottfried August Gründler (1710-1775) eigens für diesen Raum geschaffen wurden.

Anders als heutige Museen veranschaulicht die Kammer eine universale Weltsicht, nach der alle Bereiche des Lebens und alle Wissensgebiete in einem Zusammenhang betrachtet werden. Deswegen tritt das Einzelobjekt hinter der Gesamtschau zurück, die neben den Objekten auch das Mobiliar, den Raum, das Licht und auf raffinierte Weise sogar den Besucher einbezieht. So vermittelte die Kammer für den Menschen des 18. Jahrhunderts wie für uns heute einen Eindruck von der unerschöpflichen Vielfalt der göttlichen Schöpfung. Einen ungarischen Käse, eine Seychellennuss, einen tätowierten Fisch und allerlei andere Merkwürdigkeiten gibt es zu entdecken. Von der Decke hängt ein mächtiges Nil-Krokodil, ausgestopft mit Stroh. Zusammen mit den zahlreichen Artefakten aus Indien und Amerika widerspiegelt es den weltweiten Kulturaustausch des Halleschen Waisenhauses.

Die Wunderkammer in Präsentationen Dritter:

360° Panorama Animation der Mitteldeutschen Zeitung
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