In einem Kooperationsprojekt der Franckeschen Stiftungen mit der Georgia Salzburger Society, Savannah (Georgia), und Prof. Russel Kleckley, Minneapolis (Minnesota), werden die Briefe des letzten aus Halle entsandten lutherischen Pfarrers in Georgia Johann Ernst Bergmann (1755-1824) aus dem Archiv der Franckeschen Stiftungen für eine englischsprachige Edition vorbereitet. Bergmann wurde 1786, zehn Jahre nach der Loslösung der Vereinigten Staaten von Großbritannien in die 1734 von Salzburger Emigranten gegründete Gemeinde Ebenezer berufen. Bedingt durch die Folgen des Unabhängigkeitskriegs und die Auseinandersetzungen seiner Amtsvorgänger fand er die Ansiedlung in einem desolaten Zustand vor. Aus der Sicht des deutschen lutherischen Pastors schildert Bergmann anschaulich die Probleme der von ihm kritisch betrachteten jungen Demokratie, politische, wirtschaftliche, soziale, religiöse Schwierigkeiten und Widersprüche, die immer wieder durch persönliche Erlebnisse und Erfahrungen lebendig werden.

Die Edition umfasst 60 Briefe. Sie werden zunächst im Stiftungsarchiv transkribiert und anschließend in den USA ins Englische übersetzt und kommentiert. Die Korrespondenz umspannt den Zeitraum der Ausreise Bergmanns im Jahr 1786 bis 1822, zwei Jahre vor seinem Tod. Sie wird ergänzt durch zwei Schreiben von Bergmanns Sohn Christoph Friedrich (1793-1832) aus den Jahren 1828 und 1829.

Projektmitarbeiter: Dr. Jürgen Gröschl (Halle), Dr. Erika Pabst (Halle), Dr. Russell Kleckley (Minneapolis)
Projektbeginn: Januar 2014