Die Franckeschen Stiftungen waren seit ihren Anfängen Ende des 17. Jahrhunderts bestrebt, für ihre Zöglinge die Selbstversorgung mit Lebensmitteln zu erreichen, und besaßen deshalb im Laufe ihrer Geschichte mehrere landwirtschaftliche Anwesen, darunter die weitgehend zusammenhängende landwirtschaftlich genutzte Fläche von rund 100 ha in Stichelsdorf. Das Gut wurde nach 1947 fremdverwaltet und geriet nach 1990 in die Verfügungsgewalt der Treuhandanstalt. Ende der 1990er Jahre konnte es in einem komplizierten Restitutionsverfahren »zurückerworben« werden.

Um Aktivitäten im Stiftsgut starten zu können, waren umfangreiche Aufräum-, Sanierungs- und Aufbauarbeiten erforderlich, die mit maßgeblicher Unterstützung der Jugendwerkstatt Bauhof erbracht wurden. 2008 nahmen die Franckeschen Stiftungen die Bewirtschaftung des Stiftsguts im Zusammenhang mit der Insolvenz der Jugendwerkstatt Bauhof in eigene Hände und bieten nunmehr in Erweiterung des Konzepts des Krokoseums selbst ein kulturpädagogisches Programm für Vor- und Grundschulkinder rund um die Themen Natur und Umwelt sowie zum Alltagsleben auf dem Stiftsgut zur Zeit Franckes an. Abwechslungsreiche Aktivitäten auf dem weiträumigen Gelände des Stiftsguts mit seinem Hof, Gutspark und seinen landwirtschaftlichen Flächen bieten reichlich Gelegenheit zum Bewegen, Staunen und Gewinnen von Erkenntnissen im Rahmen von Natur-Erlebnissen, Spielen, Kunstaktionen und Experimenten. Zielstellung ist dabei auch, verantwortungsbewusstes nachhaltiges Handeln zu fördern.