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Petra Klausnitzer, Silke ViehmannInformationszentrum im Francke-Wohnhaus Petra Klausnitzer, Silke Viehmann (Informationszentrum im Francke-Wohnhaus) Petra Klausnitzer, Silke ViehmannInformationszentrum im Francke-Wohnhaus Tel.+49 345 2127450

Daten

Termin: Di-So und feiertags, 10-17 Uhr
Kosten: 6 Euro, erm. 4 Euro, Eintritt für Kinder bis 18 Jahre frei

alle Daten zur Veranstaltung

Beschreibung

Erleben Sie den Wissenskosmos des Barock.

Historische Bibliothek-Bücherregal  Die Bibliothek der Franckeschen Stiftungen wurde Ende des 17. Jahrhunderts von August Hermann Francke als öffentliche Einrichtung gegründet. Vor allem durch Schenkungen geschlossener Privatbibliotheken, durch Tausch und eigene Verlagserzeugnisse aus dem Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses wuchsen die Bestände in wenigen Jahren auf etwa 18.000 Bände an, so dass die Bibliothek in ihrem Umfang durchaus mit zeitgenössischen, universitären Sammlungen vergleichbar war. Im Altbestand enthält sie heute etwa 90.000 Bücher zu allen Gebieten des Wissens, vor allem aber zur Kirchen- und Bildungsgeschichte der Frühen Neuzeit. Seit 1728 sind die Bücher in einem eigens errichteten Gebäude untergebracht, das heute als der älteste, erhaltene, freistehende, profane Bibliothekszweckbau Deutschlands (Haus 22 am Lindenhof) anzusehen ist. Der Bibliothekssaal mit dem originalen Mobiliar aus dem 18. Jahrhundert wird „Kulissenbibliothek“ genannt, weil erstmals im deutschsprachigen Raum die Bücherregale wie die Kulissen in einem barocken Theater in den Raum hineingestellt worden sind und damit ein auf den praktischen Nutzen ausgerichteter Bibliotheksraum im Gegensatz zu den damals üblichen Saalbibliotheken entstanden ist. Die Errichtung des Bibliotheksgebäudes war im hohen Maße innovativ und stellte eine wichtige Zäsur für die innere Organisation der Sammlungen in den von August Hermann Francke errichteten Anstalten dar: Francke trennte damit räumlich die Kunst- und Naturalienkammer von der Bibliothek, die beide ursprünglich nebeneinander unter dem Altan des Waisenhauses angelegt worden und wie die zeitgenössischen fürstlichen Kunstkammern stark aufeinander bezogen und miteinander verbunden waren. Die Trennung der beiden Sammlungen wies in die Moderne, in der sich die Kunstkammer zum Museum, die Büchersammlung zur öffentlichen Gebrauchsbibliothek entwickeln sollte. Die Kulissenbibliothek präsentiert sich nach der Sanierung in den späten 1990er Jahren heute wieder in ihrer beeindruckenden Gestalt von 1746.

Jedes Buch erzählt eine Geschichte

"Schon durch ihre imposante Größe und ihr Gewicht – immerhin Maße von 44 x 28 x 13,5 cm und ein Gewicht von 9,5 kg – ragt beispielsweise im ersten Regal der Bibliothek des Halleschen Waisenhauses eine in schwarzem Leder gebundene Bibel des Lucas Osiander (1534-1604) hervor, die nach dem Autogramm auf dem Vorsatzblatt Prinz Anton Günther von Anhalt-Zerbst (1653-1714) am 10. Juni 1709 der Bibliothek des Waisenhauses geschenkt hat. [...] Schon am 26. März desselben Jahres kündigte der Prinz in einem Brief an August Hermann Francke an, der Bibliothek des Waisenhauses diese Bibel zu übergeben, die er bereits 28 Jahre besessen habe '[…] und hatt sie mihr auch im Felde und in Braband zum taglichen gebrauche gedienet; alleine da ich sie nuhn ein zwey Jahr hero mitt etwas beßerer attention gelesen, ist es geschehen, das ich viell dicta und außtrücke unterstrichen; […]' . Die Vorstellung, dass dieses schwergewichtige Buch zum ständigen Reisegepäck des Prinzen, selbst in den Wirren kriegerischer Auseinandersetzungen, zählte, dürfte dem heutigen Betrachter des Buches ungeahnte Perspektiven in die Vergangenheit eröffnen."

Aus: Brigitte Klosterberg: Die Bibliothek der Franckeschen Stiftungen. Bildband, erschienen im Verlag der Franckeschen Stiftungen.


Kabinettausstellung  Um der Öffentlichkeit auch die Bücherschätze der Bibliothek zeigen zu können, finden seit dem Jahr 2000 wechselnde Kabinettausstellungen im ehemaligen Lesezimmer neben dem historischen Bibliotheksraum statt. Fachliche Informationen hierzu erteilen Ihnen gerne die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Studienzentrums August Hermann Francke - Archiv und Bibliothek -.

Der Bildband zur Kulissenbibliothek

Bibliothek_978-3-931479-99-2 

Im Mittelpunkt dieses Bildbandes aber die Kulissenbibliothek, der Büchersaal aus dem 18. Jahrhundert, der sich je nach Tageszeit und Lichteinfall immer wieder neu dem Betrachter darbietet. Den stimmungsvollen Bildern gelingt es, einen Bücherort zu präsentieren, der Geheimnisse zu bewahren scheint und dazu einlädt, in die Welt des 18. Jahrhunderts einzu-tauchen.

Brigitte Klosterberg: Die Bibliothek der Franckeschen Stiftungen(PDF, 152 kB)
Fotografien von Klaus E. Göltz. Halle 2007.
116 S., 81 Abb., € 32,-; ISBN 978-3-447-06984-7

Der Katalog kann im Informationszentrum im Francke-Wohnhaus erworben oder online bestellt werden.

Einblicke in die Historische Bibliothek auf Tympanon  Franckesche Stiftungen zu Halle Lebendiger kultureller Bildungskosmos in der historischen Schulstadt August Hermann Franckes.

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Daten zur Veranstaltung

Einrichtung: Museum/ Ausstellungen | zur Einrichtung
  Informationszentrum der Franckeschen Stiftungen | zur Einrichtung
Termin: Di-So und feiertags, 10-17 Uhr
Ort: Haus 22 - Historische Bibliothek (Franckeplatz 1, Haus 22, 06110 Halle (Saale)) | im interaktiven Lageplan anzeigen
Art der Veranstaltung: Ausstellung
Kosten: 6 Euro, erm. 4 Euro, Eintritt für Kinder bis 18 Jahre frei

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