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Daten

Termin: 6.–8. April 2016

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Das Hallesche Waisenhaus im europäischen Kontext

Interdisziplinäre und internationale Tagung

Veranstaltet von den Franckeschen Stiftungen in Kooperation mit Dr. Thomas Eißing (Bamberg), Dr. Meinrad von Engelberg (Darmstadt), Dr. Sabine Heiser (Berlin) und Prof. Dr. Johannes Süßmann (Paderborn).

Im Rahmen des Antrags der Franckeschen Stiftungen auf Einschreibung in das UNESCO-Weltkulturerbe, der am 7. Januar 2016 zurückgezogen wurde, konnten die Stiftungen ihr Wissen durch die Interpretation der Bauten des historischen Stiftungsensembles und die Analyse der Wirkungsabsichten der hallischen Akteure entscheidend erweitern. Die Franckeschen Stiftungen führen die intensiven, internationalen und interdisziplinären Forschungen zur facettenreichen Geschichte der Schulstadt August Hermann Franckes fort.

Das „Waisenhaus“ formulierte eine neue Formensprache öffentlich-repräsentativen Bauens um 1700, um fundamentale gesellschaftliche Aufgaben – Sozialfürsorge, Erziehung, Bildung, Frömmigkeit – in einen neuen räumlichen Gesamtzusammenhang zu stellen. Die Tagung setzt sich zum Ziel, diesen Arbeitsprozess weiter voran zu treiben. Dabei stehen zwei Blickrichtungen im Zentrum: Zum einen geht es darum, weitere Ergebnisse und Forschungsfragen zu den Stiftungsbauten zu generieren; und zum anderen darum, den bislang insgesamt zu wenig beachteten Zusammenhang der Bauaufgaben Sozialfürsorge und Bildung im Zeitalter des Barock in den Blick zu nehmen. Davon ausgehend kommt die übergeordnete Frage nach der „anderen Seite des Barock“ in den Blick: Die Tagung setzt sich zum Ziel, Sozialfürsorgebauten im 17. und 18. Jahrhundert im Alten Reich und in Europa vergleichend zu untersuchen, dafür wichtige Quellenbestände in den Blick zu nehmen und Thesen zu entwickeln. Die Veranstalter sind der Überzeugung, dass sich damit nicht nur ein kaum beachtetes Arbeitsfeld im Schatten der Barockforschung und der frühneuzeitlichen Gesellschaftsgeschichte entfaltet, sondern auch, dass mit der Konzeptualisierung desselben wichtige Einblicke in die Transformation der Vormoderne zur Moderne zu gewinnen sind, ohne dabei teleologisch gedeuteten Modernekonzeptionen das Wort zu reden. Vielmehr kommt in der Verknüpfung von Bauaufgaben und sozialen Wandlungsprozessen ein Veränderungsschub durch praktisch-exemplarisches Handeln in den Blick. In diesem Kontext versteht sich die Tagung zugleich als Zusammenkunft zum Zweck der Vernetzung der am Thema interessierten und arbeitenden Kolleginnen und Kollegen.

Die Tagung ist in vier Sektionen gegliedert: Das Hallesche Waisenhaus im europäischen Kontext – Materialität als Erkenntnisgegenstand – Das Waisenhaus als Ort sozialer Formierung – Zeichen- und Modellhaftigkeit der Barockarchitektur. Zudem wird Frau Prof. Dr. Elisabeth Kieven, bis 2014 Direktorin der Bibliotheca Hertziana, dem Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte in Rom, einen öffentlichen Abendvortrag halten.

Daten zur Veranstaltung

Einrichtung: Studienzentrum August Hermann Francke - Archiv und Bibliothek - | zur Einrichtung
Termin: 6.–8. April 2016
Ort: Haus 1 - Historisches Waisenhaus (Franckeplatz 1, Haus 1, 06110 Halle (Saale)) | im interaktiven Lageplan anzeigen
Art der Veranstaltung: Tagung

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