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Kosten: Tagungsbeitrag 10,00 €, zahlbar in bar vor Ort

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Die „Klage des Friedens“ (1517)

Erasmus Hochschuldialog

Das 16. Jahrhundert war nicht nur das Jahrhundert der Reformation, es war auch das Jahrhundert der Wiederentdeckung des Themas Frieden. In seinem berühmten Essay „Querela Pacis“ von 1517 lässt Erasmus die Pax, den Frieden selbst sprechen. In Vorwegnahme zentraler Einsichten der philosophischen Anthropologie des 20. Jahrhunderts argumentiert Erasmus, dass das eigentlich vernunftbegabte Wesen Mensch hinter die Tiere zurückfalle, die niemals Artgenossen töten. Dringlicher noch ist seine theologische Argumentation unter Bezug auf die Bergpredigt. Mit besonderer Vehemenz wird der Widerspruch herausgearbeitet, der zwischen der christlichen Botschaft und der Anwendung tötender Gewalt besteht. Die Stimme des Friedens wird zu einem leidenschaftlichen Appell sowohl an die Fürsten wie an Kirche und Theologie.
Die Querela Pacis ist die rhetorisch brillante Eröffnung eines philosophischen und theologischen Diskurses der Neuzeit, der noch lange nicht abgeschlossen ist. Der diesjährige Hochschuldialog will diesen Diskurs aufnehmen, ihn aktualisieren und in verschiedene Themenfelder hinein weiterführen.

Am Vorabend der Tagung besteht Gelegenheit, die Schrift des Erasmus als Lesung zu erleben. Am Freitagvormittag wird PD Dr. Friedemann Stengel den reformationshistorischen Kontext darstellen, in den die „Klage des Friedens“ hineinspricht. In einem zweiten Vortrag wird die Schrift selbst durch Prof. Nauerth näher analysiert und interpretiert (jeweils mit Diskussion). Am Nachmittag soll die Vielfalt der angesprochenen Problemaspekte in Arbeitsgruppen vertieft werden. Zum Abschluss wird OKR‘n Hinrichs die Bedeutung der Erasmus-Schrift für die gegenwärtige friedensethische Diskussion in Kirche und Gesellschaft thematisieren und den Ausblick für zukünftiges Friedens-Handeln eröffnen.

Das Programm zum Download(PDF, 2,6 MB)

Programm

Donnerstag | 20. April 2017, 18.00 Uhr
Öffentliche Lesung der Erasmus-Schrift durch, Dipl.Sprecher Helmut Becker, Theaterakademie August Everding, München

Freitag | 21.April 2017
9.30 Uhr Begrüßung
Dorothee Teschke, Vorsitzende Ev. Akademikerschaft

10.00 13.00 Uhr Plenum

10.00 Uhr Krieg und Frieden in der Reformationszeit
PD Dr. theol. Friedemann Stengel, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

11.30 Uhr Die Entdeckung der Heimatlosigkeit des Friedens – Die „Querela Pacis“ alsAnklageschrift
apl. Prof. Dr. theol. Thomas Nauerth, Universität Osnabrück

13.00–14. 30 Uhr Mittagspause

14.30–16.00 Uhr Arbeitsgruppen

◊ Erasmus und die Friedenserziehung
Prof. Dr. Gregor Lang-Wojtasik, PH Weingarten

◊ Anthropologie und Frieden
Pauline Scheidt, Religions-Philosophie-Ethiklehrerin Merseburg

◊ Erasmus und das Evangelium
Dr. Matthias-W Engelke, ev. Theologe

◊ Erasmus als früher Friedensethiker
Dr. Gisela Raupach-Strey, Philosophie-/Ethik-Didaktikerin Halle/Berlin

◊ Erasmus und der Staat
RA Ullrich Hahn, Präsident des Intern. Versöhnungsbundes/deutscher Zweig

16.30–18.00 Uhr Referat und Abschlussdiskussion
Welche Impulse können wir aus der Schrift des Erasmus für gegenwärtige Friedensbemühungen gewinnen?
Theol.Oberkirchenrätin Pfr. Karen Hinrichs, Ev. Landeskirche in Baden

Ort
Englischer Saal, Haus 26

Veranstalter
Ev. Akademikerschaft in Deutschland, Landesverband Berlin-Brandenburg;
apl. Prof. Dr. Thomas Nauerth, Universität Osnabrück, katholische Theologie
PD Dr. Friedemann Stengel, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, ev. Theologie.
Pfr. Dr. Matthias-W. Engelke, ehem. Vorsitzender des Intern. Versöhnungsbundes/Deutscher Zweig
In Kooperation mit den Franckeschen Stiftungen und der Ev. Akademie Sachsen-Anhalt

Koordination
Dr. Gisela Raupach-Strey, Halle/Berlin

Tagungsbeitrag
10,00 €, zahlbar in bar vor Ort

Anmeldungen
werden erbeten bis zum 31. März 2017 hier oder postalisch an: Internationaler Versöhnungsbund, Schwarzer Weg 8, 32423 Minden

Daten zur Veranstaltung

Einrichtung: Studienzentrum August Hermann Francke - Archiv und Bibliothek - | zur Einrichtung
  Informationszentrum der Franckeschen Stiftungen | zur Einrichtung
Termin:
Ort: Haus 26 (Franckeplatz 1, Haus 26, 06110 Halle) | im interaktiven Lageplan anzeigen
Art der Veranstaltung: Tagung
Kosten: Tagungsbeitrag 10,00 €, zahlbar in bar vor Ort

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